Landkreis Erding: Appell gegen Honigverfälschungen

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Der Vorsitzende der Erdinger Landkreis-Imker Maik Ortscheid appelliert an die Verbraucher heimischen Honig zu kaufen © Herbert Schwarzer

Durchwachsene Saison für die Imker des Landkreises Erding - Warnung: Verkauf gefälschten Honigs nimmt weltweit zu - Einkauf bei regionalen Imkern tut auch der Umwelt gut

Landkreis – Die Honigernte 2025 im Landkreis Erding ist seit Mitte Juli weitestgehend abgeschlossen und die Imker der Region blicken auf eine durchwachsene Saison zurück.

Durchwachsene Saison für die Imker des Landkreises Erding - Warnung: Verkauf gefälschten Honigs nimmt weltweit zu - Einkauf bei regionalen Imkern tut auch der Umwelt gut

Während eines vielversprechenden Frühjahrs mit reichlich Blütenpracht konnten die Bienen fleißig Nektar sammeln. Auch wenn es zwischendurch kühlere oder regnerische Phasen gab, haben sich die Völker gut entwickelt und eine ansehnliche Menge an hochwertigem Honig produziert. So konnten die meisten der rund 500 Imkereibetriebe im Landkreis mit der Ernte bei Blütenhonig zufrieden sein.

Bescheidene Sommertracht

Die Ernte an Sommertracht hingegen fiel im Juni trotz sehr gutem Wetter bescheiden aus, zum Teil mussten die Völker gefüttert werden. Eine sehr ungewöhnliche Konstellation, so schildern die meisten Imker. Der Juli war dann insgesamt zu nass, so dass bei den meisten Betrieben Mitte Juli die Ernte abgeschlossen wurde und bereits mit der Vorbereitung der Völker auf den Herbst und Winter begonnen wurde.

Springkraut & Silphie

Wenn das Springkraut anfängt zu blühen, ist es Zeit, mit den Vorbereitungen für den Winter zu beginnen. Der Nektar vom Springkraut gehört ausschließlich den Völkern für ihre Winterversorgung und wird nicht mehr geerntet.

Inzwischen gibt es auch im Landkreis einige Felder mit Silphie, einer Blühpflanze, die den Mais in den Agrargasanlagen ergänzen kann. Die Silphie ist ein wertvoller Pollenspender und die Insekten laben sich an den blühenden Pflanzen in den Feldern. Damit ist eine gute Pollenversorgung für die Aufzucht der jungen Bienen gewährleistet.

Auch einige im Landkreis liegende Sonnenblumenfelder liefern einen wertvollen Beitrag dazu. Nicht zu vergessen die vielen Blühstreifen, die von der RWG Erdinger Land initiiert wurden.

Aktuell läuft bei den meisten Völkern die Varroabehandlung, gegen die seit Ende der 70er Jahre in Deutschland vorhandene Varroamilbe. Diese dauert noch bis zum September an.

Keine amerikanische Faulbrut

Erfreulich war, dass der Landkreis auch dieses Jahr frei von der sogenannten „amerikanischen Faulbrut“ war. Auslöser sind häufig nicht ausgespülte Honiggläser von Importhonigen, die den Erreger in sich tragen. Der Landkreis hat deshalb die Glascontainer mit einem Aufkleber versehen, dass nur gewaschene Honiggläser entsorgt werden sollen. Hier ist die Imkerschaft weiterhin auf die Einsicht und Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

Erfolgreiche Königinnen-Begattung

Auf ein positives Ergebnis können die Imker auch bei der Königinnenzucht zuückblicken. Mai und Juni boten gute Bedingungen für die Begattung der Königinnen auf der Belegstelle Sauschütt des Imkerkreisverband Erdings e.V. Im Juli ging der Begattungserfolg witterungsbedingt etwas zurück, insgesamt sind die Züchter aus dem Landkreis Erding zufrieden.

Appell für heimischen Honig: Schutz vor Verfälschungen

In den letzten Jahren hat die Problematik von Honigverfälschungen auf dem Weltmarkt zugenommen. Immer wieder werden Produkte als Honig deklariert, denen Zuckerwasser oder Sirupe zugesetzt wurden, oder die aus nicht rückverfolgbaren Quellen stammen. Solche Praktiken schaden nicht nur dem Ruf des Naturprodukts Honig, sondern täuschen auch die Verbraucher und untergraben die Existenz der ehrlichen Imker.

„Deshalb ist es wichtiger denn je, beim Honigkauf auf die Herkunft zu achten“, betont Herbert Schwarzer, 2. Vorstand des Imkerkreisverbands. „Wer Honig direkt beim Imker vor Ort oder in regionalen Geschäften und Hofläden kauft, kann sich sicher sein, ein unverfälschtes Naturprodukt von höchster Qualität zu erhalten. Man unterstützt damit nicht nur die heimische Landwirtschaft und das Handwerk, sondern leistet auch einen direkten Beitrag zum Erhalt unserer Bienen und damit zur Bestäubung unserer heimischen Flora.“

Der Einkauf bei lokalen Imkern bietet zudem die Möglichkeit, Transparenz zu schaffen. Verbraucher können Fragen zur Bienenhaltung, zur Ernte und zur Herkunft des Honigs stellen und sich persönlich von der Qualität überzeugen.

Die Honigernte ist nicht nur wirtschaftlich bedeutsam für die Imker, sondern unterstreicht auch die wichtige Rolle der Bienen für das Ökosystem. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen und tragen maßgeblich zur Artenvielfalt inder Region bei. Verbraucher können sich auf ein Naturprodukt von höchster Güte freuen, dass die Aromen der regionalen Flora in sich trägt.

red

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