Altkanzlerin Merkel fordert mehr Gleichberechtigung in der Politik

Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der deutschen Politik Nachholbedarf bei der Gleichberechtigung. "Wenn man so manche Koalitionsausschuss-Bilder sieht, dann freut man sich, dass es Bärbel Bas gibt", sagte sie am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung des Magazins "Stern" in Berlin mit Blick auf die Bundesarbeitsministerin und Ko-Parteichefin der SPD. Sie hatte zuletzt immer wieder als einzige Frau am Koalitionsausschuss teilgenommen.

Angela Merkel stellt ihr Buch "Freiheit" vor. (Archivbild)
Angela Merkel stellt ihr Buch "Freiheit" vor. (Archivbild) Stefan Sauer/dpa

Merkel äußert sich zu Feminismus

Merkel betonte laut "Tagesspiegel", dass Gleichberechtigung verbindliche Maßnahmen erfordere. Oft werde behauptet, es gebe keine Frauen für bestimmte Positionen. Doch sobald Verbindlichkeit geschaffen werde, zeige sich, dass zahlreiche Frauen verfügbar seien und ihre Aufgaben hervorragend erfüllten.

In ihrem Buch "Freiheit" hat sie ihre Sicht auf Feminismus und Gleichberechtigung dargelegt. Sie betont, dass sie stets auf Kooperation mit Männern gesetzt habe, aber im Laufe ihrer politischen Karriere erkannt habe, dass der Artikel 3 des Grundgesetzes – die Gleichberechtigung von Männern und Frauen – ohne zusätzliche Maßnahmen nicht umgesetzt werde. "Ich bin Feministin, aber auf meine Art", schreibt Merkel.

Die Altkanzlerin äußerte sich auch zur aktuellen politischen Lage. Sie sieht die Wahl eines Mannes nach ihrer Kanzlerschaft nicht als Rückschritt für die Geschlechtergerechtigkeit. Dennoch kritisiert sie die geringe Präsenz von Frauen in politischen Entscheidungsrunden.