Michael Keränen überzeugt bei seinem Debüt und trägt zum 5:3-Sieg der Tölzer Löwen gegen den EV Lindau bei. Aber auch ein gewisser Lernprozess ist bei der Mannschaft zu beobachten.
Verstärkung zur rechten Zeit? Jedenfalls war den Tölzer Löwen am Freitag gegen den EV Lindau kaum eine personelle Schwächung anzumerken. Der finnische Neuzugang Michael Keränen machte in der Paradereihe mit Topi Piipponen und Ludwig Nirschl ordentlich Betrieb. Zwar leisteten sich die Löwen defensive Ungenauigkeiten, brachten den Gegner zweimal zurück ins Spiel. Doch sie ließen sich nicht aus der Bahn bringen und gewannen das Spiel mit 5:3.
Es dauerte es eine Weile, bis sich die Buam entscheidend absetzen konnten. Weil Lindau auch nach dem Tölzer 4:2 per Doppelschlag im Schlussdrittel im Powerplay noch einmal zurückkam, blieb es bis in die Schlussphase hinein spannend. „Ein Fehler – und schon haben sie dich am Krawattl“, sagt Löwen-Trainer Axel Kammerer, der Lindau als starken Gegner mit schnellem Umschaltspiel sah. Erst Ludwig Nirschl machte mit dem 5:3 ins leere Tor alles klar. Und der Tölzer Coach ist stolz auf sein Team, dass mittlerweile in der Lage ist, nach Rückschlägen die Nerven zu bewahren und ein Spiel nach Hause zu bringen. „Im Schlussdrittel haben wir sehr stark verteidigt.“
Die Löwen begannen hellwach, beschäftigten EVL-Keeper Keanu Salmik von Beginn an. Topi Piipponen hatte aus dem Hinterhalt viel Platz, zog humorlos zum 1:0 ab. Keränen, der mitten in der Nacht nach Tölz aufgebrochen war, fügte sich ohne Anlaufzeit ins Tölzer Spiel ein. „Der ist ein super Spieler, da brauchen wir gar nicht rumzutun“, sagt Kammerer. Dadurch konnte Routinier Christoph Fischhaber den zweiten Ausfall der Löwen, Dominik Daxlberger, würdig ersetzen. Aber auch die Sturmreihe mit den jungen Spielern brachte sich erfolgreich ein. „Die haben es super gemacht, Kilian Kathan hat sein erstes Tor geschossen.“ Das war das vorentscheidende 4:2, als Sahanoglu am Torwart hängen blieb, Kathan den Nachschuss aber eiskalt vollstreckte.
Unachtsamkeiten gleich bestraft
Der Treffer war wichtig im Zusammenspiel mit Nicolas Sauers 3:2 zuvor, als der sich in einer 3:1-Situation entschied, selbst den Torabschluss zu suchen und nach einem weiteren Haken eiskalt vollstreckte. „Wir waren in der eigenen Zone nicht immer konsequent“, meint Kammerer. Doch die Treffer zum 4:2 innerhalb von zwei Minuten zogen Lindau so ein bisschen den Zahn. Im Schlussabschnitt ließen die Tölzer wenig zu. Über die defensiven Nachlässigkeiten konnte Kammerer deshalb fast hinwegsehen. Scheibenverluste brachten Lindau nach Piipponens 1:0 und später Florian Krumpes 2:1 von der blauen Linie zurück ins Spiel. Erst versäumte es Dennis Dietmann, eine Scheibe abzufangen, die Dominik Grafenthin zum 1:1 hinter Enrico Salvarani unterbrachte. Später ließ Alexander Fichtner eine Scheibe durchrutschen. Corvin Wucher vollstreckte zum erneuten Ausgleich früh im Mitteldrittel.
Löwen können enge Spiele über die Zeit bringen
Doch die Löwen erarbeiteten sich weitere gute Möglichkeiten, die Defensive hielt die Gäste weitgehend vom Tor weg oder Salvarani war zur Stelle, „wenn wir phasenweise nicht so clever gespielt haben.“ Kammerer sieht – gerade auch bei den jungen Spielern – einen erfolgreichen Lernprozess. „Wir sind mittlerweile in der Lage, enge Spiele über die Zeit zu bringen.“