Der Bau von Mietwohnungen auf dem Grundstück des Westenrieder-Hofs in Oberhausen könnte deutlich über fünf Millionen Euro kosten.
Oberhausen - Das wurde bei einer Sondersitzung des Gemeinderats mit einem halben Dutzend Fachleuten deutlich. Vor zahlreichen Zuhörern erläuterte Architekt Benedikt Sunder-Plassmann aus Utting die Details unterschiedlicher Bauvarianten, mit denen sich die Räte bei ihrer nächsten Sitzung erneut beschäftigen werden.
Schon seit 2018 wird über die Nutzung des Anwesens an der Dorfstraße diskutiert, seit dieser Woche liegen nun konkrete Zahlen auf dem Tisch. Wichtig sei, das Millionenprojekt nicht noch länger zu verzögern, betonte Stefan Reichert (Tradition und Fortschritt) in der Diskussion. Die Planer wollen neben dem bestehenden Gebäude ein zweites errichten und beide barrierefrei erschließen. Wegen des schlechten Untergrunds soll eine Zwei- Komponenten-Schaummasse ein Absacken verhindern und für Stabilität im Boden sorgen.
Parkplätze könnten auf dem Grundstück zwar untergebracht werden, für die elegantere Lösung hält der Planer aber die Schaffung von Stellflächen auf einer angrenzenden Streuobstwiese. Eine Tiefgarage ist im Gespräch, sie würde das Vorhaben aber verteuern und könnte bei einem Hochwasser volllaufen.Im Laufe der Sitzung schilderten die Fachplaner zahlreiche Details wie die künftige Haustechnik oder das Brandschutzkonzept mit den Rettungswegen.
Für die Zuhörer waren aber vor allem die Kosten interessant, die auf die Gemeinde zukommen. Eine Sanierung samt Keller bezifferte der Architekt auf 4,78 Millionen Euro; davon müsste Oberhausen nach Abzug der Zuschüsse 2,14 Millionen selbst aufbringen. Mit dem Bau einer Tiefgarage erhöht sich der Betrag auf 5,22 Millionen, der Gemeindeanteil beträgt dann 2,79 Millionen. Ein Komplettneubau samt Keller kostet 5,21 Millionen, von denen der Eigenanteil 2,78 Millionen ausmacht.
Die teuerste Variante wäre ein Komplettneubau mit Tiefgarage für 5,27 Milllionen; in diesem Fall müsste Oberhausen 3,2 Millionen selbst tragen. Deutliche Kritik äußerte in der Debatte Leonhard Strobl (Parteifreie Wähler). Er hielt den Quadratmeter-Preis für die geplanten Wohnungen für überzogen und forderte: „Wir müssen von den Kosten runter!“ Über die wird der Gemeinderat voraussichtlich in seiner Mai-Sitzung diskutieren.
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