Bei einem traditionellen Krampusumzug in Südtirol ist es zu Ausschreitungen gekommen. Rund 30 Jugendliche und junge Erwachsene sollen gezielt zu der Veranstaltung angereist und dort gewalttätig geworden sein. Jetzt hat sich der Krampusverein dazu gemeldet.
Der Krampus ist eine Schreckgestalt des Adventsbrauchtums, die den Nikolaus begleitet. Er ist im Ostalpenraum verbreitet, wo auch Krampusumzüge zur Tradition gehören. Bei einem Krampuslauf Anfang Dezember in Naturns in Südtirol ist es zu Zwischenfällen gekommen.
Der Krampusverein Naturns hat sich nun zu den Ausschreitungen geäußert. Man sei im Vorfeld darüber informiert worden, dass Jugendliche den Umzug besuchen würden, um Unruhe zu stiften, heißt es auf Instagram. Aus diesem Grund habe man sich bemüht, doppelt so viele freiwillige Ordner zum Umzug zu schicken.
„Natürlich ist es unschön, dass es nicht nur das übliche ‚Tratzen‘ der Krampusse gegeben hat, sondern jemand an den Hörnern gezogen wurde und wir mit Eisblöcken beworfen wurden“, so der Verein. Und weiter: „Das Reißen an den Hörnern kann einen Krampus in Lebensgefahr bringen. Der Kopf ist in fast allen Fällen mit einer Snowboardbindung in der Maske fixiert und somit reißt ihr an einem menschlichen Kopf.“
Krampusse wurden mit Eisblöcken beworfen
Wie „Südtirolnews“ berichtet hatte, wurde die Veranstaltung von einer Gruppe „ausländischer Randalierer“ gestürmt. Etwa 30 Jugendliche und junge Erwachsene seien gezielt zu der Veranstaltung gekommen und dort gewalttätig geworden, auch ein Dorfpolizist sei angegriffen worden.
Auch der Obmann der Naturnser Krampusse, Martin Huber, bestätigte die Vorfälle. Die Krampusse seien mit Eisblöcken beworfen und beschimpft worden, hätten sich aber zurückgehalten und den Ordnungskräften das Feld überlassen. Diese hätten dann für Sicherheit gesorgt.
Bürgermeister warnt vor Politisierung
Der Bürgermeister von Naturns, Zeno Christanell, erklärte gegenüber „Südtirolnews“, dass die Vorkommnisse zwar ernst zu nehmen, aber im richtigen Kontext zu sehen seien. Der Krampusumzug sei gut organisiert gewesen und von mehreren hundert Zuschauern besucht worden. Eine Gruppe Jugendlicher aus dem Raum Meran habe zwar für Unruhe gesorgt, die Krampusse und die örtliche Polizei hätten aber gut reagiert und die Situation unter Kontrolle gehalten.
Bürgermeister Christanell warnte vor einer Politisierung der Vorfälle. Die betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, meist Kinder aus Migrantenfamilien, seien bereits italienische Staatsbürger. Ausweisungsforderungen seien daher unangebracht.
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