Der 29-Jährige ist bereits der fünfte Betreiber seit 2020. Das Lokal hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
Herrsching - Über Kleinanzeigen im Internet ist Francesco Catalano zum neuen Wirt des kleinen Fenstercafés Bahnhofstraße 23 in Herrsching geworden, das seit seiner Ersteröffnung 2020 bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Das ehemalige Kaffeehaus Konturwerk, später „Sonrisa“ und zuletzt „fei“ heißt nun „amò cafebar“. Auf Deutsch heißt amò Liebling. Seit dem Neujahrstag ist das neue Café mit vergrößertem Gastraum und Sitzplätzen für 33 Gäste geöffnet. „Es war nonstop voll am ersten Tag“, freut sich Catalano.
Der 29-Jährige ist in den Abruzzen geboren, aber im Schwarzwald aufgewachsen und zur Schule gegangen. Mit seiner Ausbildung zum Restaurantfachmann im Sternehotel Treschers hat er seine Passion gefunden und träumte davon, sich selbstständig zu machen. „Das war immer mein Ding“, sagt er. Die Anzeige für das Café an der Bahnhofstraße in Herrsching drängte sich ihm insofern quasi förmlich auf, denn seit 2023 lebt Catalano in Dießen, war dort stellvertretender Restaurantleiter im Augustinum. „Schon beim ersten Schritt in das Café hab ich gedacht: Okay, das ist was für mich, so chillig. Genau das, was ich wollte“, sagt er.
Das war Mitte Oktober. Zu dem Zeitpunkt stand das Café nur mit dem kleinen Gastraum zur Verfügung. Nachdem Birge und Thomas Frommann mit ihrem verbliebenen Co-Working-Space Konturwerk ebenfalls aufgehört hatten, gehört der Nebenraum mit einem zweiten Fensterplatz auch dazu. Der hintere Bereich des Hauses, der zum Co-Working-Space dazugehörte, wird nun als Wohnung vermietet.
Catalano, der das Mobiliar von der Vorpächterin Mira Hiener übernommen hat, hat den Nebenraum seit Dezember liebevoll zum weiteren Gastraum ausgebaut und neu eingerichtet. Abtrennbar sollen dort aber auch Workshops stattfinden können. Auch die schon von den Frommanns eingeführte Tradition kleiner Konzertabende will der neue Café-Betreiber fortsetzen. „Es haben sich sogar schon ein paar Künstler gemeldet. Ich hatte nur noch keine Zeit, alle E-Mails zu beantworten“, sagt er.
Catalano ist seit der Ersteröffnung im Jahr 2020 der fünfte Betreiber des Kaffeehauses nach Birge Frommann, Cristian Ramirez, Nikolai Holzach und Mira Hiener. Unter dem Namen „Sonrisa“ war das Café bekannt geworden, deshalb hatte Catalano auch kurzzeitig überlegt, das Café italienisch Sorriso zu nennen, was auf Deutsch genauso wie Sonrisa Lächeln bedeutet, entschied sich dann aber für das kurze „amò“. Auch deshalb, um auszudrücken, dass etwas Neues beginnt.
Die „amò cafébar“ hat künftig montags, donnerstags und freitags von 8 bis 18.30 Uhr, mittwochs von 13 bis 18.30 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 9.30 bis 19 Uhr. Als zertifizierter Barkeeper kann Catalano auch Cocktails mixen, das Hauptgeschäft soll aber der Cafébar-Betrieb mit Snacks wie Panini, Piadina oder – zum Kaffee – Croissants und Kuchen sein. Aktuelles gibt es auf Instagram unter amo.cafebar.