Am Landratsamt Landsberg: Sonnenstrom vom Carport-Dach

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In einem Streifen entlang der Bahnlinie (rot umrandet) möchte der Landkreis einen Carport mit 42 Stellplätzen und PV-Anlage auf dem Dach errichten. © Bayerische Vermessungsverwaltung

Das Landratsamt Landsberg möchte auf seinem Parkplatz an der Von-Kühlmann-Straße zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Parken unterm Dach und Strom erzeugen. Konkret geht es um einen Streifen entlang der Bahnlinie, auf dem die Kreisbehörde einem Carport für 42 Autos und PV-Modulen auf dem Dach plant.

Landsberg - Die Anlage wird gut 110 Meter lang und 6,6 bis 7,1 Meter breit. Damit das Vorhaben verwirklicht werden kann, müsse die Stadt zwei Befreiungen vom Bebauungsplan genehmigen, wie Stadtbaumeisterin Annegret Michler kürzlich im Bauausschuss erklärte.

Der Bebauungsplan sieht an dieser Stelle die Möglichkeit vor, einen Steg über die Bahnlinie zu bauen. Außerdem müsste ein Rad- und Gehweg vom Busbahnhof ins Papierbachviertel von fünf auf drei Meter Breite reduziert werden. Der dazugehörige Grünstreifen würde teilweise überbaut. Der Weg werde dennoch ohne Einschränkung nutzbar sein, versicherte Michler. Man rechne ohnehin nicht mit einer hohen Nutzung, da die schnellere Verbindung für Radler die Von-Kühlmann-Straße sei, so die Stadtbaumeisterin.

Auch Ulrike Gömmer (Grüne) sah das so. Der Weg sei „keine gute, bequeme, sichere Verbindung für Radfahrer“, da man die an- und abfahrenden Busse passieren müsse, um ihn zu erreichen. Gerade ältere Menschen würden aber Radwege abseits der Straßen bevorzugen, warnte Wolfgang Neumeier (UBV). Würde der Weg zu schmal, sei Begegnungsverkehr nicht möglich. „Das ist nicht alltagstauglich und nicht benutzerfreundlich.“

Letztlich überwog unter den Ausschussmitgliedern aber die Zustimmung zu dem Vorhaben, da hier ein Parkplatz zur Erzeugung regenerativer Energie genutzt werden soll. Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) sprach von einem „rundum gelungenen Projekt“. Die Verschmälerung des Rad- und Gehwegs wurde mit drei Gegenstimmen genehmigt, dem Projekt selbst mit einer Gegenstimme zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass der Carport an einer drei Meter breiten Stelle zurückgebaut wird, sollte die Stadt eines Tages doch noch den Steg über die Bahnlinie bauen wollen.

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