Expressbusse sind zum Erfolgsmodell im Nahverkehr geworden. Mit dem Start neuer Linien fördert der MVV eine umweltfreundliche Verkehrswende.
Landkreis – Die Expressbuslinien sind für den Nahverkehr zum Erfolgsmodell geworden. Jetzt hat der MVV eine neue Grafik veröffentlicht, die alle 28 bestehenden X-Linien zeigt. Vor allem im Landkreis München sind die X-Busse ein wichtiger Bestandteil des Mobilitätskonzepts und ein Beitrag zur Verkehrswende. Hier sind drei neue X-Buslinien eingeführt worden (wir berichteten). Von Montag bis Freitag sind die X-Linien von 5 bis 22 Uhr im 20-Minuten-Takt unterwegs, am Samstag startet der Betrieb um 7 Uhr morgens.
Schnellverbindung von Putzbrunn über Ottobrunn und Unterhaching (S) nach Sendling
Die Linie X204 schafft eine Schnellverbindung von Putzbrunn über Ottobrunn und Unterhaching (S) nach Sendling, mit Halt Candidplatz (U) und Brudermühlstraße (U). Eine direkte Fahrt vom Arabellapark (U) über Unterföhring und Ismaning zum Forschungszentrum in Garching bietet die Linie X205. Die Linie X206 schafft eine Direktverbindung zwischen den Ortschaften, beziehungsweise Gewerbegebieten Unter- und Oberschleißheim und dem Bahnhof Feldmoching, mit Anschlüssen zu S1, Regionalverkehr und U2.
Die Linie X660 Freising – Garching wird verdichtet, von Montag bis Freitag gibt es mehr Fahrten in den Hauptverkehrszeiten. Erstmals wird das Angebot auch auf den Sonntag ausgeweitet. So trägt der Landkreis Freising der wachsenden Nachfrage auf der „Wissenschaftslinie“ Rechnung, die zwei Universitätsstandorte verbindet.
Bus X910 zwischen Weßling und Großhadern besonders stark ausgelastet
Der Bus X910 zwischen Weßling und Großhadern (U-Bahn) ist besonders stark ausgelastet und hat täglich rund 1000 Fahrgäste. Gut angenommen wird auch der X970 im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Die Linie – die für viele auch eine Ausflugslinie ist – bedient nun aufgrund starker Nachfrage Bairawies als neue Haltestelle, anstelle der gering nachgefragten Haltestelle Hechenberg.
Kein Expressbus zwischen Poing und Studentenstadt
Während die Expressbus-Offensive mit den drei neuen Linien 204, 205, 206 zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember fortgesetzt wurde, wird der X207/X234 nicht weiterverfolgt. Er sollte eigentlich ebenfalls zum 10. Dezember eingeführt werden und von Poing über Kirchheim, Aschheim und Unterföhring zum U-Bahnhof Studentenstadt am Frankfurter Ring im Norden der Landeshauptstadt fahren. Das Projekt wurde in mehreren Abstimmungsrunden beraten. Es wurden aber so erhebliche Änderungen an der Route gewünscht, dass kein zufriedenstellendes Fahrplankonzept in Abstimmung mit den beteiligten Kommunen gefunden werden konnte. Einstimmig hat der Mobilitätsausschuss des Kreistages nun entschieden, die Planung aufzugeben.
Meine news
München lehnt Mitfinanzierung ab
Die Stadt München lehnte eine Mitfinanzierung ab, schlug als Endhaltestelle den U-Bahnhof Alte Heide vor und führte an, dass das Verkehrsaufkommen am Frankfurter Ring schon hoch sei und das Olympia-Einkaufszentrum und die Studentenstadt bereits durch die Busse X35 und X36 angefahren werden. Die Gemeinde Unterföhring lehnte es ab, dass die neue Expressbuslinie die Schranke am S-Bahnhof Unterföhring passierte. Stattdessen sollte die Anbindung an den S-Bahnhof Unterföhring durch eine weitläufige Schleifen durchs Gewerbegebiet geführt werden. Auch die Poinger verwiesen darauf, dass aufgrund der engen infrastrukturellen Gegebenheiten eine Anfahrt an den S-Bahnhof Poing nicht möglich sei. Nach Einschätzung von Kreisverwaltung und Mobilitätsausschuss ergibt die neue Linie dann allerdings keinen Sinn mehr, angesichts der hohen Kosten von 2,1 bis 2,5 Millionen Euro jährlich.
Christoph Nadler (Grüne) sagte: „Die Linie hätte einen Mehrwert, wenn sie an das S-Bahnnetz angebunden wäre. Wenn die Gemeinden das aus vermeintlicher Rücksicht auf Anwohner nicht wollen, hat es keinen Wert.“ SPD-Kreisrat Christoph Böck regte an, ob man die Linie 234 zwischen Messestadt, Aschheim und Unterföhring verdichten könnte, das wird nun geprüft.