„Der Online-Handel hat gewonnen": Beliebtes Kindermodegeschäft in Oberbayern schließt

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Peiting

Kommentare

Gabi Frim-Schlosser vor ihrem Kindermodefachgeschäft „Kids and Style“. Nach 15 Jahren zieht sie Ende Februar einen Schlussstrich. © Christoph Peters

15 Jahre lang war das Kindermodegeschäft „Kids and Style“ in der Peitinger Ortsmitte Anlaufpunkt für Eltern, die Kleidung für ihren Nachwuchs suchten. Doch damit ist bald Schluss.

Peiting – Gabi Frim-Schlosser steht hinter der Ladentheke ihres Fachgeschäfts. An den Kleiderstangen an den Wänden hängen Jacken, Shirts und Pullis in verschiedensten Kinder- und Jugendgrößen. Seit 15 Jahren kommen Eltern in das Geschäft der 58-Jährigen im Peitinger Ortszentrum, wenn sie Kleidung für ihren Nachwuchs suchen. Damals hatte Frim-Schlosser das Kindermodegeschäft Pumuckl übernommen und seitdem mit Herzblut ihren eigenen Stempel unter dem neuen Namen „Kids and Style“ aufgedrückt.

Zahlreiche Kinder hat die Peitingerin seitdem mit den neuesten Modetrends ausgestattet, jahrelang organisierte sie sogar eigene Modenschauen im benachbarten Café Central, bis Corona den erfolgreichen Veranstaltungen ein jähes Ende bereitete. Viele junge Kunden von damals sind heute erwachsen, sie aufwachsen zu sehen, das sei eine „tolle und wunderschöne Erfahrung“ gewesen, sagt sie. „Das alles werde ich schwer vermissen.“

Denn die Tage ihres Fachgeschäfts, sie sind gezählt. Ende Februar wird die 58-Jährige ihren Laden schließen, dem sie sich über die vergangenen 15 Jahre hinweg mit voller Leidenschaft gewidmet hatte. Es ist kein freiwilliger Abschied. „Ich musste die Reißleine ziehen, um nicht selbst unterzugehen.“ Bis zuletzt hatte Frim-Schlosser gehofft, dass es irgendwie weitergehen würde, dass sich die wirtschaftliche Lage zum Positiven wenden würde. Doch nach dem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft musste sich die 58-Jährige eingestehen, dass weiterzumachen keine Option mehr war.

Bereits seit der Corona-Pandemie sei die Lage schwierig gewesen, so die Inhaberin. Wie so viele kleine Einzelhändler litt auch ihr Peitinger Geschäft zuletzt unter der immer weiter zunehmenden Online-Konkurrenz. Dazu kam die schwächelnde Wirtschaft. „Viele müssen den Euro zweimal umdrehen.“

Die Entscheidung, ihr Geschäft zu schließen, sei ihr nicht leicht gefallen, sagt Frim-Schlosser. Ihre Stimme klingt brüchig, als sie davon erzählt. Auch viele Kunden hätten überrascht und traurig auf die Nachricht reagiert. Wie zur Bestätigung kommt in diesem Moment eine junge Frau in den Laden. „Sehr schade“ sei die Schließung, sagt sie und fügt hinzu: „Dann steht noch mehr leer.“

Tatsächlich ist noch unklar, wie es mit den Geschäftsräumen im Sparkassenhaus weitergeht. Ihr Mietvertrag gelte noch bis Juli, sagt Frim-Schlosser. Ob er früher beendet werden kann, hängt davon ab, ob sich ein Nachmieter findet. Bis Ende Februar läuft der Räumungsverkauf, auch für ihre Ladenausstattung sucht die Inhaberin Käufer.

Dann geht im „Kids and Style“ endgültig das Licht aus. Betroffen davon sind auch die drei Mitarbeiterinnen und Frim-Schlossers Mann, der im Laden mithalf. Wie es für sie selbst weitergehe, wisse sie noch nicht, dafür sei die Entscheidung zu frisch. „Aber wenn eine Tür zugeht, wird eine andere aufgehen.“