In der Dr.-Franz-Langecker-Straße in Hausham werden ehemalige Geschäfte in Wohnraum umgewandelt. Der Bauausschuss war in zwei Fällen damit einverstanden – auch, um Leerstand zu vermeiden.
Hausham – Früher florierte in der Dr.-Franz-Langecker-Straße in Hausham der Einzelhandel, heute werden viele ehemalige Verkaufsflächen in Wohnraum umgewandelt. Gleich zwei Beispiele dafür hat nun der Haushamer Bauausschuss in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause behandelt. Beantragt war die Umwandlung eines ehemaligen Blumengeschäfts in eine Wohneinheit und der Umbau einer bisherigen Tierarztpraxis in eine Wohnung und eine verkleinerte Ladenfläche.
Bauplanungsrechtlich hatte Robert Wimmer, Vertreter des Bauamts, gegen beide Vorhaben nichts einzuwenden. Die jeweils sechs nötigen Stellplätze werden auf den Grundstücken nachgewiesen, auch einer Wohnnutzung steht im Mischgebiet grundsätzlich nichts entgegen. Dass sich mit der Umwandlung des Blumengeschäfts auch das Straßenbild verändert, trugen die Mitglieder des Ausschusses mit Fassung. Bis zur Schließung vor einigen Monaten wurde der Laden jahrzehntelang in der Dr.-Franz-Langecker-Straße 24 betrieben. Nun sollen in dem Haus direkt hinterm Rathaus die großen Schaufenster durch kleinere Fenster ersetzt werden und im Gebäudeinneren Wände und Treppen eingezogen werden.
Wohnen statt Einzelhandel: an dieser Stelle für Bauausschuss in Ordnung
„Vor 20 bis 30 Jahren war hier ein Geschäft neben dem anderen“, erinnerte sich Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG). „Heute verändert sich das, weil es immer schwieriger wird, Läden wirtschaftlich zu betreiben.“ Gleichzeitig sei Wohnraum in der Gemeinde sehr gefragt. „Man kann nichts erzwingen“, meinte Zangenfeind. Mit einer Verweigerung der Nutzungsänderung würde die Gemeinde höchstens Leerstand provozieren. Die anderen Ratsmitglieder sahen das genauso; ohne Gegenstimme erteilten sie das gemeindliche Einvernehmen mit den Plänen.
Ähnlich werteten die Ehrenamtlichen auch das Vorhaben, das Erdgeschoss an der Dr.-Franz-Langecker-Straße 18 künftig in eine Wohnung im hinteren Bereich und eine verkleinerte Gewerbefläche zur Straße umzuwandeln. „Geplant ist, dass dort dieselbe Familie wohnt, die auch die Gewerbefläche betreibt“, erklärte Wimmer. Welche Pläne es konkret für die Fläche gibt, ist noch nicht bekannt. Klar ist aber bereits, dass sich am Gebäudeäußeren nichts verändern soll. Bisher war in den Räumlichkeiten die Tierarztpraxis Milijan Glamocic untergebracht, die seit April 2023 rund 100 Meter weiter in der Hausnummer 26 betrieben wird.
(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Miesbach-Newsletter.)
Trotz der Zustimmung betonte Zangenfeind, eine Umwandlung von Gewerbe in Wohnraum sei freilich nicht überall gewünscht. „Wir brauchen Wohnflächen, aber es ist auch wichtig, Betriebe und Arbeitsplätze zu haben.“ In den beiden Fällen in der Dr-Franz-Langecker-Straße sei der Wunsch nachvollziehbar, wenn für die dortigen Gewerbeeinheiten keine Nachnutzung mehr gefunden würde. „Manche Flächen wollen wir aber als Gewerbe erhalten.“ nap