Erziehungsexpertin erklärt: Mit diesen 4 Sätzen fördern Eltern Ehrlichkeit

Wenn Kinder lügen, reagieren viele Eltern instinktiv mit Ärger oder Strafen. Doch genau das kann laut der Erziehungsexpertin Alyssa Blask Campbell das Gegenteil bewirken. In einem Beitrag für das US-Wirtschaftsportal „CNBC Make It“ erklärt sie, warum Lügen zur kindlichen Entwicklung gehören – und wie Eltern stattdessen Vertrauen aufbauen können.

Kinder lügen häufig aus Angst vor Konsequenzen, aus Scham oder um Konflikte zu vermeiden. Entscheidend sei deshalb nicht, die Lüge zu bestrafen, sondern Ehrlichkeit „sicher“ zu machen. Eltern sollten Signale senden, dass Offenheit nicht automatisch Ärger nach sich zieht, erklärt sie gegenüber „CNBC Make It“.

Diese 4 Sätze helfen laut Erziehungsexpertin, Ehrlichkeit zu fördern

  • „Ich bin nicht wütend auf dich. Lass uns gemeinsam darüber sprechen, was passiert ist.“
  • „Ich liebe dich auch dann, wenn du Fehler machst. Du darfst mir die Wahrheit sagen.“
  • „Hattest du Angst, mir die Wahrheit zu sagen? Ich kann ruhig bleiben und dir zuhören.“
  • „Mir ist wichtig, dass du ehrlich bist – Probleme können wir immer gemeinsam lösen.“

Diese Aussagen vermitteln Sicherheit statt Scham. Kinder lernen so, dass Offenheit zu Verständnis führt und nicht zu Strafe.

Nach Einschätzung der Expertin sollten Eltern zudem den Stress hinter einer Lüge erkennen und ruhig Grenzen setzen, ohne Druck aufzubauen. Ehrlichkeit entstehe nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen – und genau das beginne im Alltag mit der richtigen Sprache.

Erziehung ohne Perfektion: Warum Eltern gelassener sein dürfen

Ähnliche Gedanken zur Erziehung vertritt auch der Schweizer Kinderarzt Oskar Jenni. Er warnt davor, Kinder als Projekte zu betrachten und Eltern unter permanenten Optimierungsdruck zu setzen – mit Folgen für das Familienleben und die psychische Gesundheit von Kindern.

Im Interview erklärt Jenni, dass Kinder vor allem Verlässlichkeit, Geborgenheit und Verständnis brauchen. Eltern müssten nicht perfekt sein, sondern „gut genug“: präsent, liebevoll und bereit, Kontrolle abzugeben. Gelassenheit und Vertrauen seien entscheidender für eine gesunde Entwicklung als strenge Regeln oder Leistungsdruck.