Landsberger Stadtrat kritisiert Kosten und Größe des neuen Landratsamtes

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Der Teilneubau des Landsberger Landratsamtes wurde im Stadtrat kritisch diskutiert. Trotzdem stimmte er dem Vorhaben- und Erschließungsplan zu. © LRA LL

Der Landsberger Stadtrat hat sich in der jüngsten Sitzung mit den Planungen für den Neubau des Landratsamts am Penzinger Feld beschäftigt. Dabei wurde Kritik laut – am Ausmaß der Parkflächen, aber auch des Gebäudes insgesamt.

Landsberg – Die Entwürfe des Planungsbüros Hascher Jehle Architektur sehen einen runden Baukörper mit vier Vollgeschossen vor. Untergeschoss und Treppenhäuser werden aus Stahlbeton errichtet, Erd- und Obergeschosse in Vollholzbauweise. Im Erdgeschoss werden ein Saal für 200 Personen, eine Cafeteria und die Zulassungsstelle untergebracht, in den oberen Geschossen die zu einem parkähnlichen Innenhof orientierten Büroräume. Die Dachlandschaft wird extensiv begrünt und mit PV-Anlagen ausgestattet. Ein hochmodernes Energiekonzept mit Wärmepumpen, mechanischer Be- und Entlüftung, Energierückgewinnung und Außenlufterdwärmetauscher sorgt für Energieeffizienz und CO2-Einsparung.

Landsberger Stadtrat: Kritik am neuen Landratsamt - Zu hohe Kosten

Das Gebäude an sich gefalle ihm „extremst gut“, kommentierte Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte/LM). Im Hinblick auf die zu erwartenden Kosten sei es jedoch nicht mehr zeitgemäß. „Man muss sich so ein Gebäude leisten können. Ein Landratsamt zu diesem Preis – da komme ich nicht mit.“

Dass die Planung „einen sehr guten Eindruck“ mache, stellte auch Stefan Meiser (ÖDP) nicht in Abrede. Allerdings habe man ursprünglich nur die Außenstellen des Landratsamts in dem Neubau zusammenfassen wollen. Jetzt aber werde ein neues Landratsamt „mit einer kleinen Außenstelle in der Von-Kühlmann-Straße“ errichtet. „Da tue ich mich sehr schwer. Wann hat dieser Paradigmenwechsel stattgefunden?“

Petra Ruffing (CSU) und Ulrike Gömmer (Grüne) störten sich am geplanten zweigeschossigen Parkdeck. Warum nicht die großzügigen Parkflächen am benachbarten In-Center mitnutzen oder aufstocken, fragte Petra Ruffing. Ulrike Gömmer kritisierte außerdem, dass 461 Parkplätze geschaffen werden sollen, während laut Stellplatzsatzung nur 378 benötigt würden. „Das ist überdimensioniert. Mindestens dieser Aspekt muss geändert werden.“

Dass die Stadt die Kosten „im hohen dreistelligen Millionenbereich“ über die Kreisumlage werde mitfinanzieren müssen – darauf verwies Jonas Pioch (SPD). „Wir müssen uns an ganz andere Summen gewöhnen als die letzten Jahre.“ Allerdings sei der Stadtrat durch sein eigenes Abstimmungsverhalten mitverantwortlich für die Kostensteigerung, konterte Christian Hettmer (CSU). Die Stadt sei es gewesen, die den Realisierungswettbewerb – aus dem Hascher Jehle als Sieger hervorgingen – eingefordert habe. „Wir wollten eben keinen Funktionsbau mit Autohaus-Flair, sondern einen schönen Stadteingang.“ Und Dritter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne), selbst ein Gegner des Projekts an diesem Standort, bedauerte: „Wenn der Kreis es für finanzierbar hält, müssen wir das schlucken.“

Mit sieben Gegenstimmen beschloss der Landsberger Stadtrat, dem Vorhaben- und Erschließungsplan zuzustimmen. Nun soll der Vorentwurf für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan und die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans erstellt werden.

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