Roboter optimiert Gelenk-OPs im Krankenhaus Agatharied

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Freuen sich über den neuen OP-Roboter: Chefarzt Dr. Peter Prodinger (l.) und Klinikvorstand Benjamin Bartholdt (r.) mit Team. Mit im Bild: Robin Mate (2.v.r.) von der Herstellerfirma Stryker. © THOMAS PLETTENBERG

Erstmals kommt das Mako-System in Deutschland zum Einsatz und ermöglicht präzisere sowie individuellere Operationen an Gelenken.

Agatharied – Bereits seit Ende 2022 arbeiten die operierenden Ärzte der Orthopädie und der Unfallchirurgie in Agatharied mit einem Roboter. Er errechnet im Vorfeld der Operation virtuell die ideale Position einer Prothese. Die Anschubfinanzierung für das gut eine Million Euro teure Gerät wurde damals durch Spenden in Höhe von 640 000 Euro ermöglicht. Ohne das private Engagement und den Freundeskreis „hätte es nicht geklappt, so einen Technologievorsprung zu realisieren“, rief Klinikvorstand Benjamin Bartholdt während der Einweihungsfeier in Erinnerung. Doch bei aller Technik seien es die Menschen, die mit der Versorgung der Patienten den Behandlungserfolg sichern würden, meinte Bartholdt . „Die OP ist nur ein Baustein.“

Chefarzt Dr. Peter Prodinger ging auf die Vorteile der Robotik ein. Die Operation werde für den Patienten sicherer und gleichzeitig individueller. „Robotisch operierte Kniegelenke sind zehnmal so präzise eingesetzt wie konventionell operierte Kniegelenke“, erklärte der Mediziner. „Dadurch, dass wir bei der OP weniger sehen und darstellen müssen, müssen wir weniger an Weichteilen operieren und weniger aufschneiden.“ Das bedeute für die Patienten weniger Schmerzen sowie schneller eine bessere Funktion des Gelenks.

Laut dem Krankenhaus vertraute sogar die US-amerikanische Skirennläuferin Lindsey Vonn auf diese innovative Technik. Auch für das Operations-Team bringe der Roboter Erleichterungen mit sich: Man brauche viel weniger Instrumente im Vergleich zu einer konventionellen OP.

Mit dem Mako-System sind dem Chefarzt zufolge bereits 650 Knie-OPs in Agatharied durchgeführt worden. Auf konventionelle Weise seien es im gleichen Zeitraum nur sechs gewesen, beispielsweise, weil beim Patienten eine Implantat-Allergie vorlag. Mittlerweile habe man die Knieendoprothetik um fast 100 Prozent vergrößert. Auch wirtschaftliche Aspekte sprach Prodinger an. „Durch die Robotik und die wachsende Knieendoprothetik tragen wir auch dazu bei, den Standort Agatharied als ernstzunehmende Versorgerklinik für die Bevölkerung zu sichern.“

Kreiskrankenhaus setzt mit Gerät neue Maßstäbe

„Hildegard“ – so tauften die Mitarbeiter den ersten Roboter – wurde nun gegen ein neueres Modell – einen Mako 4 –getauscht. In der modernen Medizin setzt das Krankenhaus damit erneut neue Maßstäbe. Agatharied ist laut Klinikvorstand Bartholdt das erste Krankenhaus im deutschsprachigen Raum, das über einen derartigen Roboter verfügt.

Was kann das neue Gerät besser? Die neue Plattform sei schneller, noch genauer, flexibler einsetzbar und zukunftsweisend, sagte der Chefarzt. Auch Revisionen, also Wechseloperationen an Knie- und Hüftgelenken, können laut Prodinger jetzt robotisch assistiert durchgeführt werden. In zwei, drei Jahren wolle man robotisch unterstützte Operationen an Schulter und Wirbelsäule integrieren, kündigte er an. „Das ist eine Investition in die Zukunft.“

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