Initiative „weiblich.wirkt“ und Roadshow „Bavaria ruft!“ in Wolfratshausen setzen Zeichen

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„Bavaria ruft!“ in Wolfratshausen: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (l.) lud die Landtagsabgeordnete Katharina Schulze (vorne, 4. v. l.) sowie Stadträtinnen und Frauen zur Diskussion ins Rathaus ein. © Peter Herrmann

In Wolfratshausen wollen die Gründerinnen der Initiative „weiblich.wirkt“ gemeinsam mit prominenten Unterstützern mehr Frauen für die Kommunalpolitik gewinnen. Bei einer Veranstaltung im Rathaus warben Politikerinnen und Stadträtinnen für mehr weibliches Engagement und bessere Rahmenbedingungen.

Wolfratshausen – Bürgermeister Klaus Heilinglechner öffnete das Rathaus jüngst für die bayernweite Roadshow „Bavaria ruft!“. Ebenso wie das Wolfratshauser Bündnis „weiblich.wirkt“ will die parteiübergreifende Initiative Frauen zu einem Einstieg in die Kommunalpolitik ermutigen. In Wolfratshausen warb die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, zusammen mit den vier Stadträtinnen Ulrike Krischke, Annette Heinloth, Ingrid Schnaller und Gerlinde Berchtold für weibliches politisches Engagement.

Grünen-Landtagsfraktionsvorsitzende Katharina Schulze ermutigt zu Engagement

„Kommunalpolitik war immer sehr männerlastig“, räumte Bürgermeister Heilinglechner ein. Nun gelte es, bessere Rahmenbedingungen für Frauen zu schaffen. Schließlich seien sie in jungen Jahren mit der Kindererziehung und der Ausübung eines Berufs in vielen Fällen so stark ausgelastet, dass oft kaum noch Zeit für ein politisches Mandat bleibe. Mehrstündige Stadtrats- und Ausschusssitzungen, die oft bis in die späten Abendstunden andauern, schrecken manche Mutter ab.

Katharina Schulze, 40 Jahre alt, hat selbst zwei Kinder und kennt diese Bedenken zur Genüge. Dabei gäbe es Möglichkeiten, den politischen Einstieg zu erleichtern. Sie verwies auf die Möglichkeiten, sich in Notfällen digital an den Stadtratssitzungen zu beteiligen, oder die Sitzungen zeitlich zu begrenzen. „Kommunalpolitik macht Spaß und bringt was“, erklärte Schulze. So könnten sich Frauen beispielsweise dafür einsetzen, dass mehr Kitas oder Kinderspielplätze in ihrer Heimatstadt entstehen.

Es ist für mein Leben sehr bereichernd, politisch aktiv zu sein.

„Es ist für mein Leben sehr bereichernd, politisch aktiv zu sein“, berichtete Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth. Sie verwies auf viele Begegnungen in Einrichtungen, die sie als Privatperson nie kennengelernt hätte. Zudem werde die eigene Frustrationstoleranz gestärkt, wenn ein Vorhaben nicht sofort auf Anhieb verwirklicht werden kann. „Lasst euch von männlichen Platzhirschen nicht entmutigen!“, forderte sie die rund 30 anwesenden Frauen auf.

Gerlinde Berchtold, Ingrid Schnaller und Ulrike Krischke empfahlen, zu getroffenen Entscheidungen zu stehen und sich von eventuellen Anfeindungen auf der Straße und im Internet nicht irritieren zu lassen. Katharina Schulze gab ihnen Recht. „Hört nicht auf Leute, die euch Vorschriften zu Kleidung oder Auftreten machen wollen, sondern bleibt authentisch!“, empfahl die Münchnerin. Nun gehe es darum, dass sich viele Frauen auf die Stadtratslisten setzen lassen und am 8. März auch gewählt werden.

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