Streit um Hunde auf dem Waldfriedhof

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Dachau

Kommentare

Schilder am Eingang des Waldfriedhofs zeigen: Hier ist Sperrzone für Fellnasen. © A. Benz

Tatort Waldfriedhof Dachau: Trotz hundefreier Zone bringen Hundebesitzer dorthin ihre Fiffis mit. Das Indiz: Seit mehreren Wochen sind die Mülltonnen mit Hundebeuteln gefüllt. Und: Der Hundekot landet am Wegrand oder auf dem Kompost. Das stört die Stadtverwaltung, die öffentlich an die Verbotsregel erinnert.

„Der Waldfriedhof ist kein Ort für Hunde!“, meldet die Stadt Dachau vor wenigen Wochen auf ihrem Nutzerkonto des sozialen Netzwerks Facebook. Laut Friedhofssatzung sind dort Hunde verboten. Die Ausnahme: Blindenhunde. Auf dem Dachauer Waldfriedhof entdecken städtische Mitarbeiter vermehrt Hundekot oder volle Hundebeutel.

„Der Hundekot liegt teilweise auf den Gehwegen. Das ärgert die Arbeiter, die die Wege pflegen oder abmähen“, sagt Josef Hermann, Hauptamtsleiter der Stadt Dachau. Andere Gassigänger werfen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner gerne auch mal kurzerhand auf den Friedhofs-Kompost. Und die Arbeiter finden vermehrt benutzte Hundebeutel in den Mülltonnen. Das Problem: Die reißen und stinken! Damit war für die Stadt nicht nur die Mülltonne, sondern das Fass zu voll.

In ihrem Facebook-Post schreibt die Stadt weiter: „Niemand soll sich dort von anderen gestört fühlen. Niemand soll sich scheuen, das Grab eines geliebten Menschen zu besuchen, weil er Angst vor Hunden hat.“ Wer sich nicht an die Friedhofsregeln hält, wird laut Hauptamtsleiter Hermann belehrt.

Die Nutzer sehen das nicht ein. Eine Frau meint: „Solange die Hunde nicht frei laufen, ist doch alles gut. Die Angst vor Hunden ist doch nur eine dumme Ausrede, dann dürften solche Menschen ja das Haus nicht mehr verlassen.“

Andere sprechen sich fürs Hundchen als Trauerbegleiter aus. Eine Nutzerin kommentiert: „Was für eine lächerliche Regel. Menschen haben ein Recht auf ihre Trauerbegleitung, und oft ist das nun mal der eigene Hund.“ Eine Nutzerin sieht es gelassen, solange der Hund angeleint ist: „Was bitte soll ein Hund an der Leine dort anrichten? Wenn es ein verantwortungsvoller Hundebesitzer ist, dann wird er seinen Hund an keinem Grab sein Geschäft verrichten lassen“. Und weil es auf dem Friedhof schließlich um die Toten geht, meint einer: „So mancher Verstorbene würde sich über den Besuch seines Hundes freuen.“

Ein paar Facebook-Nutzer sprechen sich für das Verbot aus: „Man sollte die Hausordnung tolerieren und einhalten.“ Oder: „Absolut richtig! Und das sage ich als Hundebesitzer.“ Ob angeleint oder mit Kotbeutel ausgestattet: Der Waldfriedhof ist kein Hundepark.

Was Hundebesitzer wissen müssen

In Bayern gibt es kein einheitliches Hundeverbot auf Friedhöfen. Die jeweilige Gemeinde oder Friedhofsträger (zum Beispiel Kirche) regelt in ihrer Friedhofssatzung, ob Hunde auf dem Friedhof gestattet sind. Das Hundeverbot gilt auch hier: Stadtfriedhof (alter Friedhof), Städtischer Friedhof Pellheim und Friedhof Etzenhausen. Auch in den folgenden Gemeinden ist der Friedhofsgassigang verboten: unter anderem Indersdorf, Röhrmoos, Hebertshausen.

Auch interessant

Kommentare

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/dachau/dachau-ort28553/streit-um-hunde-auf-dem-waldfriedhof-dachau-93734692.html