Vogelgrippe-Verdacht: Behörden warnen Geflügelhalter

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Graugänse über dem Speichersee: 50 verendete Tiere wurden bei Pliening gefunden. Nun prüfen die Behörden, ob es sich um Vogelgrippe handelt. © Krappel

Nach dem Fund zahlreicher toter Wildvögel am Speichersee bei Pliening mahnt das Veterinäramt verstärkte Bioschutzmaßnahmen an.

Pliening - Rund 50 Kadaver verendeter Graugänse und Schwäne haben THW und Veterinäramt im Speichersee bei Pliening gefunden, allein in den südlichen Gewässern und am Mitteldamm auf Ebersberger Seite. Nun geht die Sorge um, dass sie am hochaggressiven Vogelgrippevirus verendet sind, was bedrohliche Konsequenzen auch für die Geflügelhalter in der Region hätte. „Das ist nicht normal“, sagt Landratsamtssprecherin Laura Tendel über die Einschätzung des Veterinäramts zur Zahl der Kadaver. 22 der Tiere habe man trotz des widrigen Wetters am Dienstag bergen können. Ein erster Test des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) habe bereits Infektionen mit einem sogenannten AI-Virus nachgewiesen, zu denen auch die Vogelgrippe gehört. Ob es sich um jene handelt, also einen der aggressiven Virusstämme H5N1 oder H7N1, oder eine weniger ansteckende Variante, müsse jetzt das Friedrich-Löffler-Institut feststellen.

Dieses Ergebnis, das binnen weniger Tage vorliegen soll, warte das Ebersberger Veterinäramt ab, erklärt die Pressesprecherin des Landratsamts auf EZ-Anfrage. Sollte der Ernstfall eintreten, werde man zeitnah informieren. Zunächst bitte das Veterinäramt die Geflügelbesitzer der Region, die Bioschutzmaßnahmen wie etwa das Tragen von Schuhüberziehern einzuhalten. Empfohlen sei zudem, Geflügel aus Freihaltung möglichst in geschützten Volieren unterzubringen, die von oben flüssigkeitsdicht und von den Seiten vogeldicht sind. Mit den drei großen Geflügelhaltern nahe dem Speichersee sei die Behörde in direktem Austausch.

Für Menschen und Haustiere sei das Virus erfahrungsgemäß nicht gefährlich; von Vogelkadavern solle man sich als Spaziergänger trotzdem fernhalten, so die Behördensprecherin: „Es geht vor allem darum, das Virus nicht weiterzutragen.“ In den Regionen Dachau und Freising sind bereits einzelne Nachweise der gefährlichen Tierkrankheit erfolgt. Auch andere Bundesländer melden Ausbrüche und leiten flächig Gegenmaßnahmen ein.

Ein tatsächlicher Vogelgrippeausbruch in einer Region könnte über das Schicksal der verendenden Wildtiere hinaus ernste Folgen für landwirtschaftliche Bestände und Betriebe haben. Auf Weisung aus dem LGL und Friedrich-Löffler-Institut könnte es auf eine Aufstallpflicht hinauslaufen, wie es sie in der Region in vergangenen Jahren gab. Sollte sich das hochansteckende und tödliche Virus in einem Bestand ausbreiten, hat das schnell Massenkeulungen zur Folge – ein Horrorszenario, dem die Behörden vorbeugen wollen und deshalb zur erhöhten Achtsamkeit raten. Amtssprecherin Tendel: „Jeder kann etwas tun.“