Hai-Attacke auf Mallorca? Wird es jetzt gefährlich auf der Insel?
Nach einer möglichen Hai-Attacke auf Mallorca wächst die Sorge bei Urlaubern. Wie gefährlich sind Haie im Mittelmeer wirklich?
Mallorca – die Insel der Träume, der Sonne und des türkisblauen Wassers. Doch in diesem Sommer trübt eine Nachricht die Urlaubsidylle: Eine Frau wurde beim Schwimmen verletzt, und die rote Fahne wehte an den Stränden der Playa de Palma. Schnell machten Gerüchte die Runde – war es ein Hai? Während Experten noch rätseln, ob ein Raubfisch oder ein anderer Meeresbewohner verantwortlich ist, fragen sich viele Urlauber: Wie sicher ist das Baden im Mittelmeer? Und was tun, wenn tatsächlich ein Hai auftaucht? Wir klären die wichtigsten Fragen.
Mögliche Hai-Sichtung auf Mallorca: Was ist passiert?
Am 22. Juli 2023 wurde eine 85-jährige Italienerin an der Playa de Palma schwer verletzt. Augenzeugen berichten laut Medienberichten von einem „großen Fisch“, der die Frau attackiert haben soll. Rettungsschwimmer zogen sie aus dem Wasser, und die Strände wurden umgehend gesperrt. Während einige von einem Haiangriff ausgehen, vermuten Experten des Palma Aquariums laut ntv, dass ein Rochen die Verletzung verursacht haben könnte. Die Wunde sei eher ein Schnitt als ein Biss, so die Fachleute.
Die Strandsperrung betraf die Abschnitte Balneario 1 bis 10. Rettungskräfte suchten mit Booten und Jet-Skis nach dem vermeintlichen Tier, jedoch ohne Erfolg. Bereits im April 2023 wurde ein Blauhai an der Cala Llombards gesichtet, der sich später ins offene Meer zurückkämpfte. Solche Vorfälle sind selten, sorgen aber immer wieder für Schlagzeilen. Doch wie gefährlich sind Haie im Mittelmeer wirklich?
Wie gefährlich sind Haie im Mittelmeer?
Das Mittelmeer ist Heimat von über 40 Haiarten, darunter vom Blauhai und dem Weißen Hai. Doch die meisten Arten meiden den Kontakt mit Menschen. Laut Experten liegt die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai attackiert zu werden, bei 1 zu 4 Millionen. Die wenigen Vorfälle, die dokumentiert sind, betreffen oft Tiere, die sich verirrt haben oder gestresst sind.
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Die steigenden Meerestemperaturen und die Überfischung zwingen Haie jedoch, neue Jagdgebiete zu erschließen. Klareres Wasser und reichlich Beutetiere locken sie näher an die Küsten. Besonders Blauhaie, die häufig im Mittelmeer gesichtet werden, gelten als neugierig, aber harmlos. Dennoch raten Experten zur Vorsicht, besonders in der Dämmerung oder in der Nähe von Fischereigebieten. Und sollten Sie dem Raubtier doch begegnen, dann könnten diese Tipps Ihnen womöglich das Leben retten.
Mythen und Fakten: Die Wahrheit über Haie
Filme wie „Der Weiße Hai“ haben das Bild des blutrünstigen Raubtiers geprägt. Doch die Realität sieht anders aus: Jährlich werden weltweit etwa 80 bis 100 Hai-Angriffe dokumentiert, von denen nur fünf bis zehn tödlich enden. Zum Vergleich: Die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz getroffen zu werden, ist deutlich höher. Haie sind zudem für das Ökosystem unverzichtbar, da sie die Meerespopulationen regulieren. An einigen Orten am Mittelmeer wurden vermehrt Haie gesichtet.
Von den rund 500 bekannten Haiarten gelten nur etwa 12 als potenziell gefährlich. Dazu gehören der Weiße Hai, der Bullenhai und der Tigerhai. Die meisten Angriffe sind sogenannte „Probebisse“. Haie erkunden ihre Umgebung oft mit einem vorsichtigen Biss, um herauszufinden, ob etwas essbar ist. Häufig liegt eine Verwechslung mit Beutetieren wie Robben oder Fischen vor. Diese Probebisse sind in der Regel harmlos und verursachen nur leichte Verletzungen.
Die Angst vor Haien ist oft unbegründet, doch Vorsicht schadet nie. Wer die Grundregeln beachtet, kann das Mittelmeer unbesorgt genießen. Vorsicht sollte man allerdings nicht nur im Meer walten lassen: Biss kann tödlich sein – vor dieser Spinne musst du dich jetzt auch in Europa in Acht nehmen.