„Alte Hasen“ und „junge Küken“: SPD stellt Gemeinderatsliste für Kommunalwahl 2026 auf

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Nicht komplett fürs erste Team-Foto, aber bereit für den Wahlkampf: die SPD-Gemeinderatskandidaten mit Bürgermeisterkandidatin Claudia Steindorf (vorne links, rote Jacke.) nach der erfolgreichen Aufstellungsversammlung. © Christoph Peters

Mit einer vollen Kandidatenliste für den Gemeinderat zieht die Peitinger SPD in den Wahlkampf für die Kommunalwahl 2026. Darauf finden sich viele bekannte, aber auch neue Gesichter.

Peiting – Die vergangenen Wochen vor der Aufstellungsversammlung, sie waren für Claudia Steindorf eine stressige Zeit gewesen. Viele Gespräche am Telefon, bei einem Kaffee oder beim Essen habe sie auf der Suche nach geeigneten Kandidaten geführt, die „sich für Peiting einsetzen wollen“, blickte die Ortsvorsitzende der Peitinger SPD zu Beginn der Versammlung am Donnerstagabend zurück. Und dabei lastete durchaus Druck auf ihr, denn als Bürgermeisterkandidatin sei es wichtig, eine volle Liste präsentieren zu können. „Wenn man das nicht schafft, ist das kein gutes Zeichen nach außen.“

Doch der Einsatz, er zeigte Erfolg. Mit 24 Kandidaten für den Gemeinderat ist das Ziel erreicht. Neben „alten Hasen“ habe man auch „junge Küken“ dabei, die man im Wahlkampf nun an die Hand nehmen werde, freute sich Steindorf. Jeweils die Hälfte sind Männer und Frauen, die abwechselnd einen Listenplatz besetzen.

Als Bürgermeisterkandidatin führt Steindorf die Liste erwartungsgemäß auf Platz 1 an. Mit Salzmann findet sich dahinter gleich der nächste bekannte Name. Dennoch ist er eine Überraschung, denn nicht der langjährige Gemeinderat Herbert Salzmann kandidiert auf Platz 2, sondern sein Sohn Michael (39). Der sah sich gleich genötigt, angesichts des Generationenwechsels augenzwinkernd festzustellen: „Ich mache das freiwillig.“

Über den guten Platzierungsvorschlag des Vorstands zeigte sich der gelernte Braumeister überrascht. „Ich hoffe, ich enttäusche niemanden.“ Doch am Vertrauen mangelte es den 31 wahlberechtigten Mitgliedern nicht. Wie auch bei allen anderen Kandidatenvorschlägen, die in Einzelabstimmungen abgearbeitet wurden, hatten sie auch bei Salzmann keine Einwände.

Sehr zur Freude seines Vaters, der seinen eigenen Rückzug nach 36 Jahren im Gemeinderat mit Blick auf sein Alter begründete. Bei der Wahl werde er 71 Jahre alt sein. „Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören.“

Salzmann war der einzige aus der aktuell fünfköpfigen SPD-Fraktion, der an diesem Abend einen Schlussstrich zog. Sowohl Gunnar Prielmeier (66) als auch Peter Gast (69) und Harald Wörnzhofer (45) wollen erneut kandidieren. Wörnzhofer, der erst während der Legislaturperiode für Tobias Eding nachrückte, geht auf Platz 4 ins Rennen („Mir macht die Arbeit im Gremium viel Spaß“), während sich Gast (Platz 6) und Prielmeier (Platz 8) weiter hinten einreihen.

Auf Platz 3 findet sich mit Nicole Gindhart ebenfalls ein bekanntes Gesicht. Die 59-Jährige saß bereits von 2014 bis 2020 im Gemeinderat, hatte jedoch bei der vergangenen Wahl den erneuten Sprung ins Gremium verpasst.

Mit Platz 5 vorn dabei ist auch die mit Abstand jüngste Kandidatin auf der Liste, Milena Drexler. Die 27-Jährige arbeitet als Elektrotechnikerin in Weilheim, ihr Herz schlage aber natürlich für Peiting, betonte sie. Wichtig sei ihr, dass junge Leute nachkommen und sich für die junge Generation einsetzen, begründete sie ihre Kandidatur. Es sei ihr erster Berührungspunkt mit der SPD, doch familiär ist Drexler durchaus vorbelastet im positiven Sinn. Ihr Vater Walter Popp führt den SPD-Ortsverein in Schongau, ihr Opa Jakob Drexler war ein Urgestein der Peitinger Sozialdemokraten.

Bestens vertraut mit der SPD ist auch Dominik Streit (42). Der frühere Kreisvorsitzende und Landtagskandidat der Partei stellt sich nach seinem Umzug in die Marktgemeinde erstmals zur Wahl für den Gemeinderat – allerdings mit Rang 20 auf einem hinteren Listenplatz.

Kampfansage an die CSU

Für viele auf der Liste ist es dagegen nicht die erste Kandidatur, die Hälfte hatte sich bereits vor sechs Jahren aufstellen lassen. Es sei wichtig, dass mal eine Frau ans Ruder komme, nannte nicht nur Gabriele Weidner die Unterstützung von Steindorf als Beweggrund. Auch dass man ein Zeichen gegen Rechts setzen müsse, war vielen Kandidaten in ihrer Vorstellung wichtig.

Steindorf gab sich schonmal kämpferisch. Man habe ein tolles Team mit tollen Persönlichkeiten gefunden. „Wir geben jetzt richtig Vollgas“, kündigte sie an. Denn auch wenn die CSU ihre „babyblaue Brille“ aufhabe, es gebe in Peiting doch viele Punkte, in denen es nicht gut laufe. Sie sprach die „kulturellen Dinge“ an, die verloren gegangen seien, den Wandel in der Gastro, aber auch das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum. Bei all‘ dem wolle man die Bürger mitnehmen. „Das ist wichtig.“

Die SPD-Kandidaten

1. Claudia Steindorf (46), Versandsachbearbeiterin
2. Michael Salzmann (39), Braumeister
3. Nicole Gindhart (59), Praxisassistentin
4. Harald Wörnzhofer (45), Immobilienmakler
5. Milena Drexler (27), Elektrotechnikerin
6. Peter Gast (69), Polizeibeamter a.D.
7. Sabine Lang (64), Rentnerin
8. Gunnar Prielmeier (66), Rentner
9. Luise Adam (74), Lehrerin i.R.
10. Alexander Rohde (48), Tiefbauer
11. Simone Redmann (40), Gesundheits- und Krankenpflegerin
12. Andreas Littmann (58), Lokführer
13. Sandra Rohde (39), Kauffrau im Einzelhandel
14. Harald Bader (63), Angestellter im technischen Vertrieb
15. Jutta Heiß (70), Erzieherin i.R.
16. Thomas Riethdorf (60), medizinischer Beauftragter
17. Birgit Gutzeit (56), Diplom-Sozialpädagogin
18. Gerhart Hartel (69), Elektromechaniker i.R.
19. Angelika Filser (63), Bankangestellte
20. Dominik Streit (42), Sparkassenbetriebswirt
21. Susanne Scheffel (69), Sozialpädagogin a.D.
22. Klaus Bodenburg (69), Steuerberater i.R.
23. Gabriele Weidner (64), pharmaz.-kaufm. Angestellte
24. Gabriel Schmid (72), Rentner