Satte 390 Spiele absolvierte Joshua Kimmich bereits für den FC Bayern. Bei einem Verein dieser Größenordnung eine wirklich stattliche Zahl, zumal der flexibel einsetzbare Defensivakteur in seinen neun Jahren beim Rekordmeister - mit leichten Abstrichen im Premierenjahr - stets zur absoluten Stammelf zählte.
Kimmich wollte aber viel mehr als das. Der 29-Jährige wollte nicht nur Stammspieler bei einem europäischen Top-Verein werden. Vielmehr wollte er zu einem der besten Spieler der Welt reifen. Sein Wille und sein Drang nach stetiger Verbesserung ist bekannt.
Doch nach unzähligen (genau genommen acht) Meisterschaften und weiteren Titeln mit dem Champions-League-Gewinn 2020 geriet auch die Karriere Kimmichs ins Stocken. Der Nationalspieler sollte und wollte auch selbst endgültig zum Kopf eines Teams werden, das um die internationalen Titel mitspielt.
Kimmichs Zeit endet beim FC Bayern? Auch er konnte das Chaos nicht beseitigen
Allerdings verkam der FC Bayern in dieser Zeit wieder mehr und mehr wie bereits in den 90er Jahren zum „FC Hollywood“. Erst das Aus von Kimmichs engem Vertrauten Hansi Flick (2021), dann die Amtszeit Julian Nagelsmanns samt kurioser Entlassung (2023) und auch die erfolglose Zeit von Thomas Tuchel (2024) trugen nicht zur Ruhe im bayrischen Umfeld bei.
Und Kimmich selbst? Wirkte in den vergangenen Jahren fast überehrgeizig, verkrampfte und konnte auf dem allerhöchsten Niveau auch nicht dafür sorgen, wirkliche Akzente zu setzen.
Parallel dazu musste der 91-fache Nationalspieler auch im DFB-Dress nahezu nur Rückschläge und Niederlagen verdauen. Abgesehen von seinem ersten Turnier (bei der EM 2016) und dem Confed-Cup-Sieg 2017 ging es für die Nationalmannschaft stetig bergab. Der Generation um Leon Goretzka, Leroy Sané, Timo Werner, Serge Gnabry und eben Kimmich wurde bereits das Verlierer-Image übergestülpt.
Verlierer-Image ist aufgrund der bereits aufgezählten Titelsammlung von Kimmich natürlich in Anführungszeichen zu setzen. Bedenkt man allerdings Kimmichs eigene Ansprüche, dürfte er es ähnlich hart formulieren.