„Setzen auf sparsamen Umgang mit Salz“: Bayerische Stadt kämpft für freie Straßen im Winter

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Nachts unterwegs: Der Winterdienst Bad Tölz sorgt für schnee- und eisfreie Flächen. © Arndt Pröhl

38 Mitarbeiter des Betriebshofs rücken bei Schnee und Glätte bereits ab 2.30 Uhr aus, damit die Straßen befahrbar sind. Doch zugeparkte Straßen und überhängende Äste erschweren die Arbeit.

Bad Tölz – Bei Glätte und Schneefall nimmt in Bad Tölz der Winterdienst seine Tätigkeit auf. 38 Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs stehen bereit, um Straßen und Gehwege sicher zu halten. Sie beginnen oft zu Zeiten, in denen die meisten noch schlafen. Ab 2.30 Uhr sind die sogenannten „Späher“ unterwegs, ab 4 Uhr folgen die Schneepflüge und Räumfahrzeuge, damit die wichtigsten Verkehrswege bis 7 Uhr frei sind.

Späher ab 2.30 Uhr unterwegs

Betriebshofleiter Florian Schallhammer erklärt, wie der Einsatz abläuft: Das Stadtgebiet ist in verschiedene Räumstrecken eingeteilt, priorisiert nach Verkehrsbedeutung und Gefahrenstellen. Bei anhaltenden Schneefällen müssen die Teams ihre Arbeit teilweise mehrmals wiederholen. Dabei setzt die Stadt, wie Pressesprecherin Birte Stahl betont, auf einen sparsamen und gezielten Einsatz von Streumitteln. Auf Straßen wird Salz nur bei hartnäckiger Vereisung verwendet, auf Gehwegen kommt dann Splitt zum Einsatz und auf Wanderwegen Sand. Grundlage hierfür ist die Reinigungs- und Sicherungsverordnung von 2021. „Wir streuen nach Bedarf. So viel wie nötig und so wenig wie möglich“, so Stahl.

Problem mit eng zugeparkten Straßen

Für Hindernisse wiederum hat die Stadt wenig Verständnis. Diese Thematik wiederhole sich jedes Jahr wieder. Zu eng zugeparkte Straßen erschweren den Winterdienst und können gefährliche Rangiermanöver provozieren. Wer einen privaten Stellplatz besitzt, solle diesen nutzen, appelliert die Stadt. Problematisch sind auch überhängende Äste und Sträucher. Sie müssen so zurückgeschnitten werden, dass Gehwege 2,50 Meter und Straßen 4,50 Meter hoch frei bleiben. Im Winter idealerweise noch mehr, weil Schnee die Äste zusätzlich nach unten drückt.

Rückmeldungen aus der Bevölkerung zum Thema Streumittel erhält die Stadt derzeit kaum, wie Stahl auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Dennoch betont sie: „Seit vielen Jahren setzten wir aus ökologischen Gründen auf einen sehr sparsamen Umgang mit Salz.“ Ein reibungsloser Winterdienst funktioniere aber nur gemeinsam. Mit einem aufmerksamen Rückschnitt und einer rücksichtsvollen Parkplatzwahl können Bürger einen entscheidenden Beitrag dazu leisten.