Der Christbaumverkauf in Tölz läuft auf Hochtouren. Die Händler berichten von einer hohen Nachfrage – und dem Trend zum zweiten Baum.
Bad Tölz – Der Christbaum im eigenen Zuhause ist weit mehr als ein festlicher Schmuck. Er bringt Licht in die dunkle Jahreszeit, steht für Hoffnung, Leben und Neubeginn und schafft einen Mittelpunkt, an dem Familie und Freunde zusammenkommen. Ein Symbol von Geborgenheit und Tradition. Entsprechend ist der Christbaumkauf jedes Jahr aufs Neue ein kleines Abenteuer. Die Heimatzeitung hat sich bei den Händlern in Tölz umgehört – und sich über Angebot und Preise informiert.
Auf dem Christbaumareal des Hagebaumarkts im Moraltpark gewährt Florian Stiegler einen Blick hinter die Kulissen: „Wir haben am 21. November eröffnet – heuer stehen wir das erste Mal hier am hinteren Eingang“, erzählt er. Der frühere Standplatz am Parkplatz sei zu teuer geworden. Rund 800 dänische Nordmanntannen werden angeboten. „Wir haben hier sehr viel Auswahl“, sagt Stiegler und deutet auf Paletten voller Bäume – von kleinen Ein-Meter-Tannen für 12,99 Euro bis zu stattlichen Exemplaren über zwei Meter Höhe für 44,99 Euro. In jeder Größenkategorie gebe es mehrere Hundert Stück. Auf Wunsch könnten sogar 20-Meter-Bäume bestellt werden.
Über 50 Bäume an einem Tag verkauft
Ein paar Meter weiter, beim Kaufland, herrscht ebenfalls reger Betrieb. Hier verkauft Matthias Kastl Nordmanntannen und Blaufichten – organisiert über „Christbaumkulturen Stoll“ aus Weilermerklingen bei Aalen. Seit dem 28. November läuft der Verkauf, täglich bis zum 23. Dezember. Kastl zeigt auf sauber sortierte Reihen: 60 Premiumbäume, XL-Tannen, rund 100 Stück in Größe L – dazu Modelle auf Holzkreuz. Der Standort sei ideal: „Der Umsatz ist top. Am Montag, 8. Dezember, habe ich 44 Bäume verkauft, am Dienstag 53.“ Besonders freue ihn, dass die Kundschaft großzügig sei: „Hier bekomme ich pro Baum zwei bis drei Euro Trinkgeld – das ist ganz selten.“
Am Bahnhof bei Edeka und BayWa verkauft Regina Müller Tannen aus Laufzorn bei München. Rund 700 ungespritzte Nordmanntannen bringt sie heuer unter die Leute – verteilt auf mehrere Orte von Tölz bis Penzberg. „Wir haben Bäume für 29, 37 und 56 Euro“, erklärt sie. Die Nachfrage in Tölz sei jedes Jahr „sehr hoch“. Viele kauften schon vor dem ersten Advent, oft gleich zwei Bäume: einen für draußen mit Beleuchtung und einen für drinnen. „Die Tölzer stellen den Baum oft erst draußen auf und beleuchten ihn, bevor er dann in die Stube kommt.“ Kurz vor Weihnachten werde es nochmal turbulent. „Zwei bis drei Tage vor Weihnachten nehmen die Leute alles, was noch da ist.“ Preissteigerungen würden zwar wahrgenommen – von 19 auf 23 Euro habe man anpassen müssen – doch letztlich entscheide die Optik: „Der Wert wird auf einen schönen Baum gelegt, schließlich ist es nur einmal im Jahr.“ Während sie auf eine ihrer stattlichen Zwei-Meter-Tannen zeigt, merkt sie an: „So ein großer Baum ist 18 Jahre alt.“