Im Auftrag von Trump? Meloni drängte Selenskyj in Rom zu „schmerzhaften Zugeständnissen“

Italiens Premierministerin Giorgia Meloni hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei ihrem Treffen in Rom am 9. Dezember aufgefordert, den von den USA unterstützten Friedensplan zu akzeptieren. Das meldet der „Corriere della Sera“. Die italienische Zeitung berichtet, dass die Gespräche der beiden weniger harmonisch verliefen als offiziell dargestellt. 

Meloni soll „schmerzhafte Zugeständnisse“ gefordert haben

Das Treffen zwischen Meloni und Selenskyj wird als „90-minütige Konfrontation“  beschrieben. Meloni habe dabei betont, dass Kiew „schmerzhafte Zugeständnisse“ machen müsse, um den Krieg zu beenden. 

Vor dem Gespräch beriet sich die italienische Ministerpräsidentin mit ihrem Verteidigungs- und Außenminister. Italien unterstützt die von den USA vorangetriebenen Verhandlungen und sieht Selenskyjs Position auch durch die Korruptionsermittlungen in der Ukraine geschwächt. 

Donald Trump empfängt Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Weißen Haus
Donald Trump mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Weißen Haus Tom Brenner/AP/dpa

Handelte Italien im Auftrag des Weißen Hauses?

Laut „New Voice of Ukraine“ bekräftigte Meloni zwar Italiens Wunsch nach einem gerechten und dauerhaften Frieden, sei dabei jedoch stärker auf die US-Position als auf die europäische Linie ausgerichtet.

Insiderinformationen zufolge übte Meloni moralischen Druck auf Selenskyj aus – im Auftrag des Weißen Hauses. Selenskyj hingegen habe Meloni gebeten, die harte Haltung von US-Präsident Donald Trump zu entschärfen, insbesondere dessen Frist für die Annahme des Friedensplans. Der „Corriere della Sera“ schreibt: „Es gibt genügend Hinweise darauf, dass nicht alles reibungslos verlief und beide Seiten erstmals klare Differenzen offen zeigten.“