Lebensgefährliche Attacke nach dem Indersdorfer Faschingsumzug 2023: 17-Jähriger vor Gericht

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Landung auf dem Sportplatz des TSV Indersdorf: Der Helikopter der Deutschen Flugrettung wurde nicht gebraucht, das Opfer kam mit dem Sanka ins Krankenhaus. © ffw indersdorf

Der Schüler soll einen Mann mit einer abgebrochenen Flasche am Hals verletzt haben. Das Opfer schrammte haarscharf am Tod vorbei.

Markt Indersdorf/München – Eine Gewalttat auf dem S-Bahnhof von Markt Indersdorf sorgte vor einem Jahr in der Bevölkerung für Entsetzen. Ein damals 17-jähriger Schüler fügte gegen ein Uhr nachts einem 21-Jährigen während eines Streits lebensgefährliche Verletzungen zu. Der Täter wurde gefasst und kam in U-Haft. Jetzt wird gegen den Schüler vor dem Landgericht München II verhandelt – allerdings komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Mit ihm auf der Anklagebank sitzt ein gleichaltriger Spezl. Der ist allerdings auf freiem Fuß. Vor einem Jahr hatte er als erster zugeschlagen. Dann ging der Hauptangeklagte dem 21-Jährigen mit einer abgebrochenen Flasche an den Hals. Wie berichtete, traf er das Opfer nur einen Zentimeter neben der Halsschlagader. Später prügelte er noch auf ihn ein. Der Mann aus Rohrbach (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm) hätte in Sekundenschnelle verbluten können. Doch auch durch die zugefügte Schnittwunde bestand eine abstrakte Lebensgefahr. Der Mann hatte Glück.

Eine Krankenschwestereilte dem Opfer zu Hilfe

Eine Krankenschwester, die zufällig vor Ort war, kam ihm zu Hilfe. Sein Kumpel, der unverletzt geblieben war, verständigte die Rettung.

Polizei, BRK und die Feuerwehr Indersdorf rückten an. Letztere leuchteten den ein Kilometer entfernten Sportplatz für den Rettungshubschrauber aus. Der landete dann auch dort, wurde aber letztlich nicht gebraucht, weil das Opfer mit dem Sanka ins Amperklinikum nach Dachau gebracht werden konnte.

Die Anwohner dürften auch durch einen Polizeihubschrauber geweckt worden sein, der auf der Suche nach den Tätern über Indersdorf kreiste. Tatsächlich konnte der 17-jährige Schüler, gegen den sich rasch der Tatverdacht konkretisierte, wenig später in Nähe des S-Bahnhofs aufgestöbert werden. Gegen ihn liefen schon damals noch zwei weitere Ermittlungsverfahren. Auch der Spezl ist kein unbeschriebenes Blatt. Er muss sich wegen eines weiteren Gewaltdeliktes verantworten.

Ob die beiden Männer im Verfahren beim Landgericht München II geständig waren, ist unbekannt. Weil beide Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch minderjährig waren, musste das gesamte Verfahren nicht öffentlich durchgeführt werden. Dem Opfer, das sich am Tatabend auf dem Heimweg von einer Faschings-Veranstaltung befunden hatte, geht es körperlich wieder gut. Die Tatsache, dass der 21-Jährige haarscharf am Tod vorbeigeschrammt ist, setzte ihm psychisch aber zu. Er hat sich als Nebenkläger dem Verfahren angeschlossen.

Das Verfahren wurde ursprünglich bis zum 7. März terminiert. Das Urteil könnte aber schon am morgigen Donnerstag fallen.

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