„Man kann seine Dimensionen kaum glauben“: Beeindruckender Baum steht in „phänomenaler Kulisse“

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Die Hindenburglinde bei Ramsau. © IMAGO / imagebroker

Die Dimensionen des Baumes in Oberbayern sind kaum zu glauben. Viele würden wohl eher an eine optische Täuschung glauben.

Ramsau - Von „Dimensionen, die wir Menschen nicht fassen können“ ist die Rede: Ein Baum in Bayern stellt gleich zwei Rekorde auf. Die über 600 Jahre alte Waldhaustanne ist die älteste und dickste Tanne Deutschlands. Sie befindet sich im Bayerischen Wald. Doch die Tanne ist nicht der einzige beeindruckende Baum in Bayern. Die Hindenburglinde in der Gemeinde Ramsau steht „weit außerhalb des Ortskerns unübersehbar an der Alpenstraße 66“, heißt es auf der Website nationalerbe-baeume.de.

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Hindenburglinde bei Ramsau wohl über 700 Jahre alt – „Man kann Dimensionen kaum glauben“

Über das Pflanzjahr dieses Baumes ist nichts bekannt, sie wird aber auf um die 750 Jahre geschätzt. Zur Geschichte der Sommer-Linde gibt es ebenfalls eine Vermutung - es soll einen Zusammenhang zum heute benachbarten Hotel geben, das bereits vor 150 Jahren ein Bauern- und Gasthof war. „Linden waren schon seit Jahrhunderten verbreitet sehr beliebte Hofbäume, wegen ihrer positiven ästhetischen und Geruchswirkungen, für ihre medizinische und Holznutzung, zur Herstellung von Lindenblütentee und -honig, und wegen ihrer schon damals bekannten Langlebigkeit und Robustheit“, heißt es auf der Website weiter. Der Baum wurde demzufolge bereits in den 1850er Jahren im Baedeker-Reiseführer erwähnt.

„Wenn man das erste Mal vor dem Baum steht, kann man seine Dimensionen kaum glauben und denkt an eine optische Täuschung. Das schafft kein Foto auch nur annähernd wiederzugeben, was man empfindet, wenn man real vor dem Baum steht“, schwärmt Andreas Roloff von der TU Dresden in seinem Beitrag auf nationalerbe-baeume.de. Dafür muss man aber einiges an Anstregung auf sich nehmen und „in einen der entlegensten Winkel Deutschlands fahren.“ Der Baum wurde mittlerweile in die Ehrengalerie aufgenommen.

Hindenburglinde

Alter: zwischen 600 und 800 Jahren, geschätzt auf 750 Jahre

Geschichte: Der Name Hindenburglinde stammt noch aus vergangener Zeit: Nachdem Anfang der 1930er Jahre die Deutsche Alpenstraße gebaut wurde und seitdem direkt unterhalb der Großen Linde vorbeiführt, erhielt der damals schon weithin bekannte Baum 1933 seinen heutigen Namen anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Ramsau an Reichspräsident Paul von Hindenburg. Es wurde mittlerweile diskutiert, ob nicht der Name wieder auf den ursprünglichen: ‚Große Linde‘ umbenannt werden sollte, aber man hat sich bewusst dagegen entschieden, da die Historie nicht nachträglich wieder verändert werden soll.

Quelle: nationalerbe-baeume.de

„Schon sehr ungewöhnlich“: Hindenburglinde in Bayern mit Besonderheit

Der Baum hat auch eine Besonderheit aufzuweisen: Ab der Stammhöhe von fünf Metern teilt sich die Krone nach und nach in sieben Stämmlinge, die als einzelne Äste teilweise schon Altbaumgröße erreichen. „Es gibt keine Sekundärkrone oder ehemalige Kappungsstellen im Kronenbereich unter 13 m Stammhöhe, was für eine so alte Linde schon sehr ungewöhnlich ist. Dabei ist interessant, wie es der Baum zu solch intakter Krone und seiner ungestörten Wüchsigkeit geschafft hat – der kühle Standort in 850 m Meereshöhe wird dazu entscheidend beigetragen haben, denn die Wasserversorgung war und ist dort immer gesichert“, heißt es weiter.

Es wird außerdem vermutet, dass der Baum schon seit Jahrhunderten Fürsorge erhalten und gepflegt und gesichert wurde. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Mit der Ausrufung als Nationalerbe-Baum erhält die Linde nun zusätzliche Beachtung und Wertschätzung.

Hindenburglinde bei Ramsau mit dem Watzmann
Ein jahrzehntealtes Foto der Hindenburglinde mit Bergpanorama . © IMAGO / Arkivi

Beeindruckender Baum in Bayern: „Phänomenal ist auch die Kulisse“

„Phänomenal ist auch die Kulisse um den Baum: Gebirge und Berge wohin man schaut, dabei etliche Zweitausender mit bis zu 2700 m Gipfelhöhe. Und das nahe Berchtesgaden mit dem Königssee und seinem türkisblauen Wasser, umringt von steilsten Felswänden mit mehreren hundert Metern Höhe, ist natürlich auch eine Attraktion in unmittelbarer Nähe“ - und wohl für Naturliebhaber immer einen Besuch wert. (kam)

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