Nach der ersten Aktionswoche plant der Gartenbauverein ein Saatgutkarussell, um bedrohte Nutzpflanzen zu erhalten.
Breitbrunn - Wenn das Wetter mitgespielt hätte, hätte sich Nadine Mattern über eine erfolgreiche erste Aktionswoche an der Streuobstwiese des Vereins für Gartenbau und Landschaftspflege Breitbrunn freuen können. „Leider musste der Besuch des Kindergartens wegen Regens aber abgesagt und der Besuch der Grundschulklasse wegen des Wetters verschoben werden“, sagt die Vorsitzende. Sie freut sich trotzdem, weil immer mehr Interessierte den Verein unterstützen. Nicht zuletzt zählt dazu die Gemeinde Herrsching: Bürgermeister Christian Schiller spendierte der Kindergruppe des Vereins, den Dreckspatzen, nun eigene Käppis – leuchtend gelb, mit einem von den Kindern entworfenen Logo.
Zu der Aktionswoche hatte der Verein erstmals eingeladen. Mittlerweile zählt er 155 Mitglieder, darunter viele Familien und aktuell 25 Dreckspatzen. Nachdem sich die ehemalige Müllfläche an der Heimgartenstraße als unbelastet herausgestellt hatte (wir berichteten) und der Obstbaumbestand um junge Obstbäume erweitert wurde, durfte nun erstmals geerntet werden. Vor allem Baumspender und Kinder waren eingeladen zu lernen, dass heruntergefallenes Obst nicht in den Kompost muss, sondern dass daraus köstlicher Apfelmus, Saft oder auch selbst gebackener Kuchen werden kann, wenn man die schwarzen Stellen sorgsam ausschneidet.
Neu befüllt wurden zwei der alten Pflanzkübel, die einst für die Seestraße und die Summerstraße in Herrsching zur Verkehrsberuhigung gedacht waren. Sie dienen an der Heimgartenstraße in Breitbrunn als Hochbeete, um darin Kräuter großzuziehen. Die Kräuter können dann, so wie das Obst auch, von jedem geerntet werden, der zum Beispiel frische Petersilie braucht. „Die Streuobstwiese und die Kräuter in der Kräuterbar sind für alle“, betont Nadine Mattern, die hofft, die Kräuterbar bald öffnen zu können. „Spätestens im Frühjahr werden wir die Kräuter ansäen“, erklärt die Vorsitzende.
Wozu sich die ehemalige Müllfläche in Breitbrunn entwickelt hat, davon konnte sich Bürgermeister Schiller zum Abschluss der Aktionswoche selbst überzeugen, als er die Käppis für die Dreckspatzen übergab. Die Vorsitzende des Gartenbauvereins hatte zum Abschluss des Gartenjahres noch einen Wunsch offen: „Ein Samenkarussell. Dann könnte dort jeder Saatgut für den Pflanzenanbau ausleihen, tauschen oder spenden.“ Ziel dieser Saatgutbibliotheken ist es vor allem, bedrohte Nutzpflanzen zu erhalten und mit dem Saatguttausch die Biodiversität zu fördern. Das Konzept bringt allen Hobbygärtner Abwechslung. Ob das schon in diesem Jahr in Breitbrunn möglich wird, wird noch bekanntgegeben.