Tech-Nerds sind „leichte Ziele“ für Russland: Ex-Spionin enthüllt perfide Putin-Masche

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„Sex als Waffe“ im Silicon Valley: Romance-Scams und „Love Bombing“ sollen Tech-Insider ködern. Das Ziel: an vertrauliche Informationen zu kommen.

Washington – Ausländische Wirtschafts- und Industriespionage gegen die Vereinigten Staaten „stellt weiterhin eine erhebliche Bedrohung für Amerikas Wohlstand, Sicherheit und Wettbewerbsvorteil dar“, heißt es in der „National Counterintelligence Strategy“, die 2024 unter Präsident Joe Biden veröffentlicht wurde.

Im Silicon Valley reiht sich eine High-Tech-Firma neben die andere. Mitarbeiter sind laut einer Ex-Spionen „leichte Ziele“ für Russland. © Rüdiger Schäfer

Wie die britische Zeitung The Times berichtet, setzen ausländische Akteure bei der Spionage teils auf „Sex als Waffe“: Brancheninsider schildern gezielte Versuche, Fachkräfte im Silicon Valley zu verführen, um an vertrauliche Informationen zu gelangen.

Mit perfiden Methoden will Wladimir Putin an sensible Daten

Wie solche Methoden aussehen können, beschreibt die frühere russische Spionage-Auszubildende Aliia Roza in einem Interview mit der New York Post. Nach ihrer Darstellung werden Zielpersonen nach einem vorgefertigten Skript über mehrere Stufen psychologisch bearbeitet. „Sie müssen das Ziel manipulieren – Emotionen, Gefühle, was immer sie tun können, werden sie tun“, sagte Roza der Post. Professionelle Agentinnen suchten demnach nicht den direkten Kontakt, sondern bauten zunächst Vertrautheit auf: „Man taucht zuerst im Leben des Ziels auf – siebenmal, um genau zu sein – bevor man Kontakt aufnimmt.“

Ist diese Nähe hergestellt, folge „Love Bombing“: „Nachrichten voller Komplimente, Selfies, Bikini-Fotos“, so Roza. Parallel würden Notlagen vorgetäuscht, etwa Armut oder ein Todesfall in der Familie, um den Retterinstinkt auszulösen. Hinzu komme die von ihr sogenannte „Melk-Technik“, bei der falsche Überschneidungen im Umfeld konstruiert werden, um Seriosität vorzutäuschen – etwa ein vermeintlich gemeinsamer Bekannter.

In der nächsten Phase setzten die Spioninnen gezielte Verunsicherung bis hin zu emotionalem Druck ein: „Wenn du diese Informationen jetzt nicht schickst, verschwinde ich für immer.“ Besonders gefährdet seien Beschäftigte in der Tech-Branche, sagt Roza, weil viele isoliert und überarbeitet seien – und deshalb „leichte Ziele“. Politisch ordnet sie ein, die USA bemühten sich, „Menschenrechte zu schützen“, während russische und chinesische Dienste „ihre Ziele auf wirklich üble Weise manipulieren“ und eigene Agentinnen und Agenten als austauschbar betrachteten. (Quellen: National Counterintelligence Strategy, The Times, New York Post) (cf)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/putins-spionage-im-silicon-valley-romance-scams-und-love-bombing-94014819.html