Länger arbeiten bis zur Rente – kontroverser Vorschlag auf dem Tisch

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Der CDU-nahe Lobby-Wirtschaftsrat erneuert die Forderung nach einem höheren Renteneintrittsalter. Die Begründung ist ein Blick in andere Länder.

Berlin – Zum Jahresende bringt der Wirtschaftsrat der CDU, ein parteinaher Lobby- und Berufsverband, eine Forderung in die Medien: Das Renteneintrittsalter müsse erhöht werden. „Der Blick auf Länder wie Schweden, Dänemark oder die Niederlande zeigt uns, wie wichtig es ist, nachhaltige Lösungen zu entwickeln“, sagt Wolfgang Steiger, Vorsitzender des Wirtschaftsrates der CDU, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Seine zentrale Forderung, die nicht neu ist und bereits kontrovers diskutiert wird: Erforderlich sei eine „konsequente Erhöhung des Renteneintrittsalters auch über den 67. Geburtstag hinaus. Angesichts der demografischen Veränderungen und der steigenden Belastung des Umlagesystems ist es an der Zeit, die Struktur der Altersvorsorge zu modernisieren und zukunftsfest aufzustellen.“

Brief von der deutschen Rentenversicherung, Lesebrille
Ab welchem Alter kann man in Deutschland in die Rente gehen? Diese Frage wird kontrovers diskutiert. © IMAGO/Lobeca/Ralf Homburg

Renteneintrittsalter erhöhen? CDU-Lobby-Verein blickt nach Dänemark und Schweden

Im Einzelnen stellt sich Steiger mit Blick auf Schweden, Dänemark und die Niederlande auch für Deutschland vor: „Konsequente Erhöhung des Renteneintrittsalters auch über den 67. Geburtstag hinaus, Aufbau eines Kapitalstocks zur Altersvorsorge und Beteiligung der Rentnergeneration an den Lasten der Bevölkerungsalterung sind in diesen Staaten entscheidende Säulen für eine zukunftsfeste Alterssicherung.“

Derzeit berät eine Kommission im Auftrag der Bundesregierung über eine weitere Rentenreform, nachdem Schwarz-Rot im Dezember bereits das Absicherungsniveau der Rente für die kommenden Jahre im gebilligten Rentenpaket stabilisiert hatte. Mit diesem Schritt zog die Koalition Kritik vieler Ökonomen auf sich. Denn die beschlossene Haltelinie für das Rentenniveau im Verhältnis zu den Löhnen kostet den Staat Milliardensummen. Bezahlt werden soll damit, dass die Renten trotz der immer zahlreicheren Babyboomer weiter jedes Jahr an erwartete Lohnsteigerungen angepasst werden. Auch die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat diese Forderung bereits eingebracht. Analysen zeigen, was das erhöhte Renteneintrittsalter bringen könnte.

Alternative Vorschläge, auch aus der CDU: Renteneintrittsalter flexibel anpassen

Zu den umfangreichen Prüfaufträgen der Regierung an die Kommission zählt auch eine Überprüfung des gültigen Rentenalters, das bis 67 steigt. Der Wirtschaftsrat fordert bereits seit Längerem ein späteres Renteneintrittsalter, das an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden müsse.

Die Forderung nach einer Rente mit über 67 begründet Steiger mit dem Blick in skandinavische Länder. In der aktuellen Rentenreformdebatte werden häufig Konzepte aus anderen Ländern aufgerufen. In diesen Ländern ist die Rente ab 70 bereits eingeführt, oder wird noch eingeführt werden.

Etwas differenzierter betrachtet ein anderer Vorschlag das Thema Renteneintrittsalter, vertreten unter anderem von Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU): „Es gibt Tätigkeiten, da erreichen die Menschen physisch oder psychisch früher eine Grenze, die das weitere Arbeiten schwer möglich macht. Andere Tätigkeiten – sogenannte Erfahrungsberufe – gehören in der Regel nicht dazu. Und es muss auch einen Unterschied machen, in welchem Alter man ins Arbeitsleben gestartet ist“, sagte dieser unter anderem im Tagesspiegel. (Quellen: dpa, Tagesspiegel) (kat)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/laenger-arbeiten-bis-zur-rente-kontroverser-vorschlag-auf-dem-tisch-94102498.html