Wenn in Neapel nachts der kleine Hunger kommt, dann wird’s süß. Das nach eigenen Angaben erste Late-Night-Lokal von Neapel – gegründet 1989 – serviert Kalorienbomben zu später Stunde. Das Lokal öffnet um 19 Uhr und schließt um 6 Uhr morgens.
Ein Abend mitten in der Woche im Sommer, kurz vor Mitternacht im Stadtteil Porto in Neapel. Alle Lokale in der Straße sind verwaist oder haben schon das Licht aus. Vor „Il Ciottolo“ parken die Autos in zweiter Reihe, alle Tische sind belegt und ein Lärmpegel, als gäbe es etwas umsonst. Hier gibt es um Mitternacht die „Atombomben“ unter den Törtchen. Der Konditor interpretiert bekannte Süßigkeiten wie von „Ferrero“ oder „Nestlé“ in XXL-Schnitten, Hörnchen und Teigbällchen – von der Größe, dass eine Portion als Nachtisch für eine vierköpfige Familie reicht, wie la-bella-vita.club berichtet.
Wo nachts in Neapel alle zusammen kommen
In Neapel hat die Kunst der Pasticceria (Konditorei) eine lange Tradition und ist tief in der lokalen Kultur verwurzelt. Neapolitanische Süßspeisen wie Sfogliatelle, Babà und Pastiera haben historische Wurzeln. Auf Social Media ist „Il Ciottolo“ landesweit ein Geheimtipp geworden: Mehr als 95.000 folgen ihm auf Instagram, mehr als 100.000 auf TikTok. Es gibt neben dem „Dulcesss“ auch „Salato“, Salziges, aber das wollen die wenigsten. Ein Abend im „Il Ciottolo“ ist Italien live, klassen- und alterslos: Die Enkelin sitzt hier mit ihren gehbehinderten Großeltern, Nachtschwärmer, die noch was erleben wollen, eine Gruppe Arbeitskollegen macht Feierabend, und Familienväter, die hektisch mit großen Tabletts zum wartenden Auto laufen. Die Außenterrasse ist so überfüllt, dass zwei Häuser weiter eine Ausweichfläche aufgebaut wurde.
Neapel ist für vieles bekannt, nicht nur für das Essen. Auch die U-Bahn von Neapel ist einen Besuch wert, denn sie gehört zu den vielleicht spektakulärsten der Welt.
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Mehr süß geht nicht um Mitternacht
Das Tollhaus findet drinnen im Verkaufsraum statt. Die „Salato“-Theke ist relativ leer, aber vor dem süßen Tresen tobt die Masse, angstfrei vor den geschätzt mindestens 3000 Kalorien pro Portion. Die, die ihre Bestellung abgeben wollen, schieben sich mit denen, die erstmal schauen wollen, was es gibt, hin und her. Tatsächlich arbeitet eine kleine Armee hinter dem Tresen, die Wartezeit ist kurz. Ein „Zuviel“ gibt es im „Ciottolo“ nicht: frisch gebackene Ballen mit geschmolzenen „Kinder Buenos“, warme Schoko- und Pistaziensoße – kein Thema. Eine Torte gefüllt und belegt mit „Kinder“ oder „Lotus“-Keksen, viel klebrige Soße obendrauf, geht auch. Kosten: 5,50 pro Riesenstück. Aber am Ende geht nicht viel: Jeder Bissen eine Geschmacksexplosion, aber so mächtig.
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Tipp: Ein Abend im „Il Ciottolo“ ist neapolitanisches Leben hautnah: Unbedingt sehenswert – und wenn man schon mal da ist, kann man auch ein Stückchen probieren. Anschrift: Via Amerigo Vespucci, 90/92, 80142 Neapel (im Stadtteil Porto).