Die Tricks, mit denen Wladimir Putin die Sanktionen gegen russische Öltanker umgehen will, werden immer dreister. Vor Fehmarn tauchte nun laut "Kieler Nachrichten" ein angeblich neuer Öltanker auf, die "Tavian". Tatsächlich ist der jedoch schon 27 Jahre alt und mittlerweile als Zombie-Tanker unterwegs.
Offiziell soll das Schiff ein Neubau aus chinesischer Produktion sein. Die Marine-Zeitschrift "Lloyd's List" fand jedoch heraus, dass das Schiff bereits 1998 vom Stapel lief. Damals hieß es "Nordmark" und dürfte heute wegen der Umweltauflagen gar nicht unterwegs sein.
Zombie-Tanker vor Fehmarn hatte 100.000 Liter Rohöl an Bord
Ist er aber dennoch, zum Beispiel vor Fehmarn. Laut "Kieler Nachrichten" befand sich das Schiff dabei in Begleitung zweier russischer Zerstörer. Dabei soll die "Tavian" rund 100.000 Liter Rohöl an Bord gehabt haben. Dass es sich um die damalige "Nordmark" handelt, zeigen offenbar Fotovergleiche des Rumpfs und Aufbaus, die "Lloyd's List" in seiner Recherche erstellte.
Bevor das Schiff aber zur "Tavian" wurde, soll es weitere Namen gehabt haben - insgesamt ist das bereits Nummer 13. Das baugleiche Schiff "Tia" verschwand im September 2025 spurlos am Persischen Golf aus den Registern.
"Eindeutiger Sicherheitsmangel": Behörden wegen Zombie-Tankern alarmiert
Dabei ist die "Tavian" nur eines von rund einem Dutzend Schiffen, die illegal mit einer neuen, siebenstelligen IMO-Nummer (IMO steht für International Maritime Organization, Anm. d. Red.) versehen wurden. Eigentlich behalten Schiffe diese bis zur ihrer Verschrottung - im Falle der "Tavian" wurde diese aber wohl in China schlicht ausgetauscht.
Ganz neu ist das den Behörden aber nicht, da das russische Vorgehen ein bekanntes ist. Dabei stellen falsche IMO-Nummern neben dem Betrug auch ein Sicherheitsrisiko dar. Die Berufsgenossenschaft Verkehr spricht von einem "eindeutigen Sicherheitsmangel" und zeigt sich ob der alten Schiffe alarmiert. Was nun in diesen Fäöllen passiert, bleibt aber zunächst offen.