Beliebter Treffpunkt in der Kreisstadt: Das Café „VerWeilheim" schließt

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Beliebter Treffpunkt: Das Café „VerWeilheim“ schließt. Dort gab es regelmäßig auch ein sogenanntes faires Frühstück. © Gronau (Archiv)

Das beliebte Café „VerWeilheim" macht Ende Juni 2026 dicht. Zu wenige psychisch kranke Menschen wollten dort als Dazuverdiener arbeiten.

„Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht“, sagt Felix Rexer, als Geschäftsführer von „i+s Pfaffenwinkel“ für den Betrieb des Cafés zuständig. Im Wesentlichen seien zwei Gründe für die Schließung ursächlich: Es habe zu wenig Menschen mit einer psychischen Erkrankung gegeben, die als „Dazuverdiener“ dort arbeiten wollten. Deswegen und wegen gestiegener Kosten für Personal, Waren und Energie habe sich die finanzielle Position in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert.

Denn je weniger Dazuverdiener unter Anleitung von Fachkräften aus der Gastronomie dort arbeiten, desto weniger Zuschüsse bekommt die Diakonie für München und Oberbayern. Das 2010 eröffnete Café ist in erster Linie ein soziales Projekt, das der Freistaat fördert, um diesen Menschen „die Teilhabe am beruflichen Leben zu ermöglichen“. Die Höhe der Förderung richtet sich nach der Zahl der Dazuverdiener, die maximal 15 Stunden pro Woche arbeiten dürfen und dafür auch entlohnt werden.

Da zuletzt aber nur noch drei oder vier Menschen dieses Angebot in Anspruch nahmen, sei die Rechnung nicht mehr aufgegangen, so Rexer, ein gebürtiger Weilheimer, der selbst häufig das barrierefrei zugängliche Café mit 40 Sitzplätzen, einer barrierefreien Toilette, einem Wickeltisch und einer Sonnenterrasse mit 40 Plätzen besucht habe. „Mir bedeutet der Ort sehr viel“, so der Geschäftsführer. Aktuell hat das Café von Dienstag bis Freitag geöffnet und bietet unter anderem Frühstück und meist zwei günstige Mittagsgerichte.

Neue Aufgaben für die langjährigen Kräfte

Man habe sogar einen Gastroberater hinzugezogen, der Lösungen für die Rettung des Betriebs ausgearbeitet habe. Seine Vorschläge, eine größere Speisekarte und längere Öffnungszeiten, unter anderem auch am Samstag, hätten zwar zu mehr Umsatz geführt, aber auch zu deutlich höheren Kosten, weil man dazu mehr Fachkräfte hätte einstellen müssen.

Aktuell arbeiten in dem Café drei Fachkräfte (in Teilzeit) und drei bis fünf Dazuverdiener. Gerade Letztere zählen zu den treuen Mitarbeitern. Für diese werde man in einem anderen Betrieb von „i+s Pfaffenwinkel“ eine passende Aufgabe finden, so Rexer. Infrage kommen zum Beispiel die Gebrauchtwarenläden in Penzberg, Weilheim und Herzogsägmühle. Dort gibt es insgesamt 28 Plätze für Dazuverdiener.

Ab 1. Juli 2026 werden die Räume des Cafés von der Kontakt- und Begegnungsstätte des Geschäftsbereichs „Psychische Gesundheit“ der Diakonie übernommen. Die Einrichtung, bisher an der Greitherstraße, richtet sich an Menschen mit Suchtproblemen. „Wir freuen uns über die barrierefreien Räume und den schönen Garten“, wird Martin Gerl-Meyer, Leiter der Einrichtung, in einer Pressemitteilung zitiert. Die Begegnungsstätte bietet Platz für 20 Menschen.

Mit der Kontakt- und Begegnungsstätte bleibe die Herzog-Christoph-Straße 1-3 ein sozialer Anlaufpunkt. Zusammen mit Angeboten der Diakonie, wie der Psychosozialen Beratungsstelle – Suchtberatung, dem Sozialpsychiatrischen Dienst und ambulanten Wohnangeboten, bilde sie einen zentralen Ort für Begegnung und Beratung, schreibt die Diakonie für München und Oberbayern in einer Pressemitteilung. Der Herzogsägmühler Laden ist bereits seit längerem ausgezogen.

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/weilheim/weilheim-ort29677/das-beliebte-cafe-verweilheim-macht-ende-juni-2026-dicht-94071287.html