Sie setzen sich seit den 1980ern in Landsberg für ein Verbot von Atomwaffen ein: die lokale IPPNW-Gruppe, kurz „Ärzte gegen den Atomkrieg“. Auch gestern haben sie wieder die Mayors-for-Peace-Flagge an der Stadtverwaltung in Landsberg gehisst.
Landsberg - Am gestrigen Dienstag hat die lokale IPPNW-Gruppe vor der Stadtverwaltung die grün-weiße Mayors-for-Peace-Flagge gehisst. Die Organisation „Mayors for Peace“ wurde 1982 vom Bürgermeister Hiroshimas gegründet und setzt sich für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen ein. Inzwischen sind (Stand Dezember 2024) 8.459 Städte Mitglied - unter ihnen auch Landsberg.
IPPNW Landsberg gratulieren Friedensnobelpreisträger, die Organisation Nihon Nidankyo
Am gleichen Tag ist der Friedensnobelpreis in diesem Jahr der japanischen Organisation Nihon Nidankyo verliehen worden. Das setze ein deutliches Zeichen für eine Welt ohne Atomwaffen und richte eine Mahnung an die Atomwaffenstaaten, ihre Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen einzulösen, betont IPPNW-Mitglied aus Landsberg Wolfgang Lerch. Der Atomwaffensperrvertrag von 1970 und der Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen von 2021 zeigten den Weg zu einer atomwaffenfreien Welt.
Die 1985 gekürten Friedensnobelpreisträger IPPNW, in Landsberg vertreten durch die IPPNW-Regionalgruppe, gratulierten beim Hissen der Mayors-for-Peace-Flagge zugleich Nihon Hidankyo, den überlebenden Opfern und Zeitzeugen von Hiroshima und Nagasaki. Die Mitglieder von Nihon Hidankyo hätten die erste Organisation gegründet, die sich bis heute für die Abschaffung der Atomwaffen einsetzt: indem die Mitglieder über ihre entsetzlichen Erlebnisse und Traumatisierungen berichteten.
„Wir gründeten Nihon Hidankyo, die japanische Konföderation der A- und H-Bomb Sufferers Organizations, im August 1956. Nachdem wir selbst die unmenschlichen Auswirkungen der Atombombenüberschläge überlebt haben, beispiellose Schäden in der Geschichte, haben wir diese Bewegung ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass sich ein solches Leiden nie wiederholen würde. (...) (Wir fordern) die sofortige Abschaffung von Atomwaffen als äußerst unmenschliche Massentötungswaffen. Es gibt jedoch noch 12.000 Atomsprengköpfe auf der Erde, von denen 4.000 operativ eingesetzt werden, bereit für den sofortigen Start.“
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