Die Idee ist nicht neu, nun kam sie in Eichenau erneut auf: Asylbewerber sollen gemeinnützige Arbeit für einen geringen Lohn leisten. Der Gemeinderat folgte dem Vorstoß der CSU, nun wird geprüft.
Asylbewerbern kann zugemutet werden, gemeinnützige Tätigkeiten auszuführen: Dies ist im Ansatz die Botschaft eines CSU-Antrages, dem der Gemeinderat mit klarer Mehrheit folgte. Demnach wird Eichenau nun Arbeitsmöglichkeiten an das Landratsamt melden, die infrage kommen. Das können Tätigkeiten im Bauhof sein oder auch als Schulweghelfer.
Heranführen an Alltagsstrukturen, Eingliederung in die Gesellschaft, soziale Kontakte vor Ort – damit hatte Peter Zeiler den Antrag für die CSU-Fraktion begründet. Hans Hösch hatte ihn dabei unterstützt: „Die Leute kommen in einen geordneten Tagesablauf und Deutschkenntnisse werden verbessert.“ Das würde angesichts des emotional belegten Migrationsthemas auch die Akzeptanz in der Bevölkerung steigern.
Claus Guttenthaler (FW) befürwortete den Vorstoß ebenfalls. Ein-Euro-Jobs und ähnliche Modelle seien zumutbar und nicht unwürdig. „Die Asylbewerber beziehen ja Leistungen des Staates“, wies Guttenthaler darauf hin, dass den Asylbewerbern etwa Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung gestellt werde.
Dagegen betonte Integrationsreferentin Ingeborg Hofmann (Grüne), dass die Teilhabe der Asylbewerber auf Freiwilligkeit beruhen müsse. Die Gemeinde sei zudem personell nicht so besetzt, Tätigkeiten zu vermitteln oder zu koordinieren. Davon abgesehen engagiere sich der Asylhelferkreis seit zehn Jahren auf verschiedensten Wegen, Asylbewerber zu betreuen und Hilfestellung bei der Eingliederung zu leisten.
Hofmann informierte darüber, dass ein Netzwerk angedacht sei, in dem zunächst der Bedarf von Betrieben oder Organisationen festgestellt werde. Darin sei der Gewerbeverband eingebunden. „Mittelfristig sollen die Menschen aber nicht nur Jobs machen, sondern in feste Arbeit kommen“, sagte Hofmann.
Direkt an die Asylbewerber herantreten kann die Gemeinde Eichenau gar nicht. „Das geht nur über das Landratsamt“, erklärte Bürgermeister Peter Münster (parteifrei). Er reagierte damit auf einen entsprechenden Vorschlag von Markus Brüstle.
Ein Problem anderer Art fand noch Ulrich Bode. Man fordere auf der einen Seite von den Asylbewerbern zu arbeiten, andererseits behindere man das mit formalen Hürden. „Wir drücken in dieser Sache gleichzeitig Gas- und Bremspedal“, kommentierte Bode diesen Zustand.
Laut Aussage der Verwaltung existieren im Landkreis derzeit ungefähr 90 Arbeitsgelegenheiten, die auf Freiwilligkeit beruhen. Die Verwaltung im Landratsamt Fürstenfeldbruck stehe einer Ausweitung der Arbeitsgelegenheiten auf Gemeinden sowie außerhalb der Unterkünfte kritisch gegenüber, hieß es weiter. Der Stadtrat Puchheim hatte ein ähnliches Anliegen mehrheitlich abgelehnt. Auch hier kam zur Sprache, dass der personelle Aufwand für die Umsetzung zu groß sei.