Schwere Unwetter in Urlaubsregionen am Mittelmeer: Airport überflutet – Alarmstufe Rot

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Binnen einer Stunde fielen 60 Liter Regen auf Ibiza. Der Flugverkehr lag lahm. Das Wetterphänomen DANA „Alice“ wütet auch in den kommenden Tagen.

Ibiza – Viele Urlauber zieht es gerade im Herbst auf die Balearen – die Sommerhitze ist vorbei, die Temperaturen angenehm und die Sonne scheint oft noch verlässlich. Doch was traditionell als ideale Reisezeit für entspannte Tage am Mittelmeer gilt, entwickelt sich zunehmend zu einer unberechenbaren Wetterlotterie. Statt der erhofften Spätsommersonne erleben Besucher und Einheimische auf Ibiza und Formentera aktuell extreme Unwetter, die das Inselleben zum Erliegen bringen.

Wassermassen fluteten die Straßen auf den Balearen. © Collage Europa Press/Germán Lama/Picture Alliance - Europa Press/IMAGO

Innerhalb von 14 Tagen erlebten die Inseln bereits die zweite Unwetterkatastrophe. Der staatliche Wetterdienst AEMET dokumentierte für Samstag (11. Oktober) extreme Niederschlagsmengen von 119,6 Litern pro Quadratmeter. Besonders heftig traf es den Flughafen Ibiza, wo in nur 60 Minuten 60 Liter Regen niederprasselten. Sämtliche Schutzbarrieren versagten gegen die Wassermassen, der gesamte Flughafenbereich stand unter Wasser. Der Verkehr zum Airport kam vollständig zum Erliegen, da die Hauptzufahrtsstraße unpassierbar wurde.

Regenmassen legen Verkehr auf Ibiza und Mallorca lahm – Formentera ohne Strom

Der Luftverkehr kam vollständig zum Stillstand, als die Wassermassen die Flughäfen überfluteten. Eineinhalb Stunden lang herrschte kompletter Flugstillstand auf Ibiza – die Landebahnen standen unter Wasser und Notfallteams pumpten fieberhaft gegen die Überschwemmung an. Das Ergebnis war katastrophal für Reisende: Nach Angaben von Cadena SER wurden auf Ibiza 24 Flugverbindungen ersatzlos gestrichen. Die Probleme griffen auf Mallorca über, wo weitere 19 Flüge ausfielen, während eine Valencia-Ibiza-Verbindung kurzfristig nach Palma verlegt wurde.

Zusätzlich zum Verkehrskollaps brach die Energieversorgung zusammen. Formentera traf es besonders hart: Ein Blitzschlag zerstörte wichtige Stromleitungen und ließ 576 Haushalte im Dunkeln zurück. Die Stromprobleme beschränkten sich nicht auf eine Insel – balearenweit waren rund 880 Verbraucher von den Ausfällen betroffen. Bereits Anfang Oktober wurden zwei Hotels nach Unwettern von Felsbrocken getroffen.

Militär im Einsatz gegen Unwetter-Chaos – Wetterbehörden erwarten weitere Regenmassen und Stürme

Die Spezialeinheit UME wurde abermals auf die Balearen dirigiert, um bei Wasserpumpmaßnahmen und Räumung massiver Schlammablagerungen zu helfen, wie das Govern de les Illes Balears verkündete. Zusätzlich aktivierten die Verantwortlichen das Mobilfunk-Warnsystem und übermittelten Notfallbenachrichtigungen an sämtliche Handynutzer auf Ibiza und Formentera. Sie wurden aufgefordert, unnötige Fahrten zu vermeiden und ihre Häuser nicht zu verlassen.

Hoffnung auf eine baldige Wetterberuhigung gibt es laut wetter.de nicht. Die Wettercomputer halten an der maximalen Gefahrenstufe Rot fest, da sich weitere zerstörerische Regenmassen und vernichtende Gewittersysteme formieren. Höchst alarmierend ist dabei die zunehmende Tornado-Wahrscheinlichkeit, die sich von der iberischen Halbinsel über weite Teile des westlichen Mittelmeerbeckens bis zu den Inseln Sardinien, Korsika und Sizilien ausbreitet. Bis zu 350 Liter Regen pro Quadratmeter könnten in den kommenden Tagen fallen.

Gefährliches Wettersystem DANA „Alice“ ruft Erinnerungen an Valencia-Tragödie hervor

Das derzeitige Unwetter-Chaos geht auf das bedrohliche Klimaphänomen DANA „Alice“ zurück. Die spanische Bezeichnung „depresión aislada en niveles altos“ beschreibt ein „abgetrenntes Höhentief“ – ein Wettersystem, das entsteht, wenn sich kalte Luftströme mit der energiereichen, warmen Mittelmeeratmosphäre vermischen. Die hohen Wassertemperaturen des Mittelmeers verstärken die Feuchtigkeitskonzentration erheblich und führen zusammen mit Niederdruckzonen zu extremen Regenereignissen.

Bereits in der Vergangenheit bewies dieses Klimaphänomen seine zerstörerische Macht: Der staatliche Wetterdienst AEMET registrierte in den Jahren 1982, 1987 und 2000 katastrophale Flutschäden durch vergleichbare Wetterkonstellationen. Seit der dramatischen Hochwasserkatastrophe im Oktober 2024 steht DANA jedoch im besonderen Fokus der Behörden – ein ähnliches „Kaltluft-Ereignis“ hatte seinerzeit in Valencia und angrenzenden Regionen Ostspaniens 236 Menschen das Leben gekostet. (Quellen: Aemet/Cadena SER/afp/Govern de les Illes Balears/wetter.de)

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