52 Stunden lang waren die Feuerwehren bei einem Großbrand an der Landkreisgrenze Erding/Freising im Einsatz. Im Schichtbetrieb wurden rund 9000 Tonnen brennender Müll abgelöscht.
Eitting/Landkreis – Mehrere Tage hat der Großbrand in Eitting (Kreis Erding) die Feuerwehren der Landkreise Freising und Erding in Atem gehalten: Nachdem in der Nacht zum Donnerstag, gegen 2 Uhr morgens, ein Feuer auf dem Firmengelände von Umwelt Wurzer ausgebrochen war, kämpfte ein Großaufgebot an Einsatzkräften zunächst stundenlang gegen die Flammen und anschließend gut zwei Tage gegen unzählige Glutnester in einem riesigen Müllberg an. Eine gewaltige Rauchsäule, die sich in der Region ausgebreitet hatte, erschwerte die Arbeit für die Einsatzkräfte.
„So ein Feuer haben wir noch nicht oft gesehen“, sagte Sebastian Brendel, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Freising, im FT-Gespräch: Auf einer rund 10 000 Quadratmeter großen Fläche brannten am Donnerstag rund 9000 Tonnen Müll lichterloh. Unermüdlich kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen an – im Schichtbetrieb. Als das Feuer gelöscht war, ging für die Kameraden die anstrengende Arbeit weiter: Zusammen mit den Mitarbeitern der Firma Wurzer musste der riesige Müllberg mittels Bagger und Radlader Schicht für Schicht abgetragen, ausgebreitet und schließlich von der Feuerwehr abgelöscht werden. Freisings Feuerwehr-Drohne mit ihrer hochauflösenden Kamera sowie Wärmebildkamera leistete dabei hervorragende Unterstützung: Dank der Kameraübertragung habe man Glutnester ausfindig machen und gezielt ablöschen können, berichtete Brendel.
Da das Wasser aus dem öffentlichen Hydrantennetz sowie aus den Löschbrunnen auf dem Firmengelände „bei Weitem nicht ausreichend“ war, wie etwa die Feuerwehr Marzling berichtete, wurden Saugleitungen in offene Gewässer gelegt und mittels Schlauchleitungen zum Einsatzort gepumpt. Auch jede Menge Schaum kam zum Einsatz, um alle Brandherde zu ersticken.
Für die Feuerwehren in beiden Landkreisen war der Großbrand ein „sehr personal- und materialintensiver Einsatz“, berichtete Brendel. Laut Erdings Kreisbrandrat Florian Pleiner waren etwa 60 Feuerwehren vor Ort – der Einsatz dauerte 52 Stunden lang. „Die überregionale Zusammenarbeit war hervorragend“, lobte Pleiner.
Die gute Nachricht: „Es wurde keine Person verletzt“, teilte die Umwelt Wurzer Gruppe auf ihrer Homepage mit. Zur Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse. „Die Firma Wurzer ist an einer zügigen Ermittlung der Brandursache sehr interessiert und wird jeglichen Beitrag dazu leisten“, teilt das Unternehmen weiter mit.
Der Einsatz, der am Donnerstag gegen 2 Uhr morgens begann, wurde am Samstagmorgen um 6 Uhr beendet.
Das Feuer bei Umwelt Wurzer war einer von drei Großbränden in den vergangenen Tagen: Am Samstag brannte eine Scheune in Tegernbach lichterloh, am Sonntag stand ein Dachstuhl in Moosburg in Flammen.