Kein Remmidemmi am Berg: Stadt Tegernsee untersagte geplantes Rockfest am Galaun

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Am Berggasthof Riederstein am Galaun sollte im August 2024 ein Rockfest stattfinden. Die Stadt schob kurzerhand einen Riegel vor. © Klaus Wiendl

Das geplante Techno-Festival am Wallberg hat für viel Aufregung gesorgt. Wie nun bekannt wurde, hat die Stadt Tegernsee ein ähnliches Event am Galaun verboten und dem Naturschutz Vorrang eingeräumt.

TegernseeWährend die neuen Pächter des Panoramarestaurants am Wallberg für ihr geplantes Techno-Festival viel Gegenwind bekommen, untersagte die Stadt Tegernsee im vergangenen Jahr ziemlich geräuschlos ein Rockfest unter dem Riederstein.

Franz Wagner jr., Pächter des Berggasthofs Riederstein am Galaun, plakatierte für die Veranstaltung nicht groß, setzte mehr auf Mundpropaganda in der jüngeren Generation. Denn es war kein Hoagascht, sondern ein Abend mit Heavy-Metal-Rhythmen, den er im August 2024 auf der Hütte plante. Engagiert war die Münchner Rockband Motörblöck, die laut ihrer Homepage ein „kraftvolles, ungezähmtes und lautes Lebensgefühl transportiert“. Es wäre also vermutlich der Teufel losgewesen unter der exponiert gelegenen Riedersteinkapelle und ihrem Kreuzweg.

Diese Absicht erreichte offensichtlich auch Tegernsees Bürgermeister, denn Johannes Hagn untersagte das Rockfest, da Remmidemmi nichts auf dem Berg verloren habe. „Die Stadt als Verpächterin sowohl der Galaun als auch der Neureuth steht auch in der Verantwortung, was dort passiert“, erklärte Hagn auf Nachfrage. „Unsere Pächter haben zwar Hausrecht, dies aber nur im Rahmen des Pachtvertrags. Das heißt, dass wir als Eigentümer den Rahmen setzen.“

Bereits 2022 habe die Stadt einer geplanten Champagnerbar auf der Galaun eine Absage erteilt, „weil dies nicht zum Ort inmitten der Natur passt“. Der Stadtrat sei nach wie vor der Auffassung, dass es sich bei den eigenen Berggaststätten um Einrichtungen handeln würde, bei denen die Natur genossen werden soll. Hagn: „Es gibt für Konzerte geeignete Orte, und die befinden sich für uns nicht auf dem Berg.“

Pächter Franz Wagner wollte sich auf Anfrage zu diesem Thema nicht äußern. Vielleicht ist damit für künftige Ideen von Nachtevents am Berg geklärt, dass die Stadt dem Naturschutz Vorrang einräumt.

kw