Eibsee: Zufahrtsbeschränkung mittels Schranke vom Tisch, neues Buskonzept soll kommen

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Ein touristischer Hotspot schlechthin: der Eibsee oberhalb von Grainau. Aus einer Zufahrtsbeschränkung wird es nun eher nichts. © IMAGO/imageBROKER/Martina Melzer

Die Zauberlösung für die Verkehrsprobleme rund um den Eibsee und Grainau gibt es nicht. Rechtlich gibt es zu viele Hindernisse. Das Landratsamt feilt aber an einem neuen Buskonzept.

Garmisch-Partenkirchen/Grainau – Der touristische Hotspot Eibsee sorgt in jedem Sommer für viel Aufmerksamkeit. Verstopfte Straßen, Schleichverkehr durchs Dorf, strapazierte Anwohner – all diese Nachrichten gehen über die sozialen Medien schnell raus. Lösungen für das Verkehrsproblem sucht man vergeblich. Nun ist auch eine im vergangenen Jahr diskutierte Lösung mit einer limitierten Zufahrt über eine Schranke am Eibseeberg vom Tisch. In Deutschland rechtlich nicht machbar – zu der Erkenntnis kam ein Arbeitskreis der beteiligten Partner. Die Aussicht auf Besserung ist also nicht groß.

Aufgeben aber gibt’s nicht. Im Landratsamt feilt man nun an einem neuen Buskonzept, um die Situation zumindest zu entzerren. Die Hintergründe werden am heutigen Dienstag im Kreistag besprochen – allerdings nichtöffentlich, da die Ausschreibung für die Eibsee-Buslinie bereits läuft. Einige Vorab-Informationen hat das Mobilitätsmanagement dem Tagblatt aber gegeben.

Rechtlich ist eine Schranke in Deutschland nicht durchsetzbar

Die Nachricht von einem möglichen Pilotprojekt mit einer Schranke und vorbezahlten Parktickets für die Zufahrt zu Eibsee und den Zugspitzbahnen hatte 2024 für Aufregung gesorgt. Ein Modell wie am Pragser Wildsee in Südtirol schwebte Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) schon länger vor. Die Idee war bald geboren, solch einen Versuch auch oberhalb von Grainau zu starten. Lange hielt sie sich nicht. „Das Thema ist erledigt, in Deutschland haben wir keine Möglichkeit dazu, aufgrund von Überlastung darf eine Staatsstraße nicht gesperrt werden“, fasst Märkl die Ergebnisse von zahlreichen Gesprächsrunden zusammen. Und gefrustet fügt er an: „Ganz ehrlich, wir sind mit dem Latein am Ende hinsichtlich einer Zufahrtsbeschränkung. Das muss man einfach so sagen.“

Kesselberg bei Kochel als abschreckendes Beispiel

Die Ansicht teilt auch Martin Herda, der Abteilungsleiter für den Landkreis im Staatlichen Bauamt in Weilheim. „Eine Schrankenlösung ist nicht absehbar“, stellt er klar, „das wäre ein zu massiver Eingriff in die Gesetze.“ Ein Beispiel, wie schwierig es ist, Ausnahmen zu erreichen, gibt es nur wenige Kilometer entfernt am Kesselberg. „Wie lange hat es dort gedauert, dass wir in eine Fahrtrichtung zeitweise ein Verbot für Motorräder bekommen haben!“ Herda war bei den Treffen des Arbeitskreises dabei und muss ebenfalls einräumen: „Der große Wurf ist uns nicht gelungen – und er ist nicht erkennbar.“ Selbst wenn es gelingen könnte, die Zufahrt zum See zu limitieren, würden sich neue Probleme ergeben. „Dann bräuchten wir Parkraum.“ Da stimmt der Bürgermeister zu. „Wir bräuchten Großparkplätze, wo sollen wir diese Flächen finden?“, fragt Märkl. Noch dazu ein Busunternehmen, das Gäste dann zum Eibsee bringt.

Zwei Buslinien für eine bessere Anbindung

Exakt an diesem Punkt möchte nun der Landkreis ansetzen – und zumindest den ÖPNV stärken. Ein „neues und an den Bedarf angepasstes Buskonzept“ soll helfen, die Situation zu verbessern, so heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisbehörde. Dies sieht vor, die Linie von Garmisch-Partenkirchen über Grainau zum Eibsee aufzusplitten in zwei Angebote. Eines von der Marktgemeinde bis nach Grainau, das andere – rein touristisch gedacht – von Garmisch-Partenkirchen mit wenigen Haltestellen hoch zum See. Den Nutzen sehen die Initiatoren in einer verlässlichen Verbindung zu Arbeit, Ausbildung oder Arztterminen für die Bürger Grainaus, aber eben auch in einem schnelleren und Kapazität-stärkeren Angebot für Gäste, die die touristischen Ziele erreichen möchten. Dass die Stauthematik zum Eibsee damit nicht unmittelbar gelöst wird, ist den Verantwortlichen bewusst. Die Regionallinie nach Garmisch-Partenkirchen sehen sie aber als großen Gewinn an, da die Busse künftig den von den Staus am stärksten betroffenen Bereich nicht mehr anfahren.

Präsentiert wird dieses Konzept heute dem Kreistag, kommt es an, soll es in der Folge auch der Öffentlichkeit im Detail vorgestellt werden. Eine Schranke ist auch fürs Landratsamt vom Tisch. „Die Umsetzung einer verkehrlichen Lösung auf der Staatsstraße ist im Moment nicht abzusehen.“

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