150 Jahre Verschönerungsverein Feldafing war ein guter Grund zum Feiern. Aus der historischen Vereinigung ist gerade in den vergangenen Jahren ein modernes Engagement geworden. Das zeigte sich auch am Sonntag am Rathaus beim entspannten Fest zum Jubiläum.
Feldafing – Das große Schachspiel und die Boulebahn beim Maibaum: Das hat Feldafing dem Verschönerungsverein zu verdanken, der am Sonntag sein 150-jähriges Bestehen feierte. Wer wollte, konnte es gleich am Sonntag testen. Zwischen Hüpfburg, Kinderschminken, Losverkauf, Blasmusik und Liederduo sowie gut versorgt mit Kaffee oder Aperitif, mit Kuchen oder schwäbischen Spezialitäten, machten es sich im Laufe des Tages immer mehr Feldafinger bequem. Eine große Organisationsrunde war dem vorausgegangen – und die mutige Entscheidung, trotz vormittäglicher Schauer draußen zu bleiben und zunehmend die Sonne zu genießen.
Mut ist überhaupt das Stichwort: Vor fünf Jahren übernahm schrittweise eine neue Riege den Verein und hat inzwischen viele weitere Helfer begeistern können. Aktuell sind es 200 Mitglieder – Tendenz steigend. „Das ist Engagement, Herzblut und gelebte Verantwortung“, freute sich Vorsitzende Sophie Langer bei ihrer Ansprache. Bei den Ehrungen langjähriger Mitglieder lobte sie: „Das sind Personen, die sich nicht fragen: Was habe ich davon? Sondern: Was kann ich für unsere Gemeinde tun?“
In einem kurzen Rückblick skizzierte Langer auch die Entwicklung des Vereins: 1875 bei der Gründung hatte er neben der Verschönerung des Ortes auch die Förderung des Fremdenverkehrs zum Ziel. Seinerzeit waren es durchaus wohlhabende Bürger, die rund um Baumeister Johann Biersack und Pfarrer Eduard Maria Clos das Engagement initiierten, zum Beispiel Hotelbesitzer Max Strauch, Maschinenfabrikant Georg Krauß oder Baron von Arnim. Unter anderem nahmen sie die Straßenbeleuchtung mit Petroleumlampen in Angriff und sorgten dafür, dass später, um 1912, fast alle Feldafinger elektrisches Licht hatten.
Treue Mitglieder
Die Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Sophie Langer, ehrte während der Feier langjährige Mitglieder für ihre Treue. Seit 50 Jahren ist Erika Borchard dabei. Für mehr als 20 Jahre Mitgliedschaft ehrte die Vorsitzende Traudl Auer, Werner Bechtel, Renate von Bemberg, Anneliese Beyer, Margit Blank, Nikolaus Buchheim, Michael Buchheim, Heinz Dörr, Guta Eisele, Gertrud Floßmann, Sabine Gerber, Michaela Göler, Elfriede Haimerl, Theo Haimerl, Günter Hansel, Vilma Hutter, Irmgard Karl, Horst Jeck, Max Kugelmüller, Roswitha Lattner-Aepfelbacher, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Heinz Ludwig, Gerhard Mahla, Anton Maier, Margit Mayr, Otto Mühlbauer, Müller Willisch, Rita Nebel, Familie Dagmar, Walter Putz, Claudia Rauch, Georg Riedl, Firma Riedel, Marion Röder, Markus Rudolf, Kristina Sack, Hannelore Sassen, Bettina Schickel, Vera Schmid, Peter Schubert, Nandl Schultheiß, Gabriele Sepp, Reinhard Spöttl, Georgine Straßner, Manfred Thalmeier, Ilse Vossius, Klaus Weber, Marko Zaja und Klaus Zernick.
Heute steht unter Langer und Vize Frank Schöbel (Schriftführerin Martina Schirmer, Kassenwartin Vanessa Bieler und Beisitzer Heike Davidson und Marvin Binnig) die Lebensqualität im Fokus. Das ist die Pflege des Ortsbildes, die Förderung, Gestaltung und Pflege der Parkanlagen, der Wanderwege und Brunnen, der Verkehrs- und Wegesicherheit und nicht zuletzt der Einsatz für Begegnungsstätten. Die Liste der schon realisierten Projekte ist lang und reicht vom Blumenschmuck bis zur Anschaffung von Bänken, Aktualisierung historischer Tafeln bis zum Aufstellen von Hundestationen. Das bislang letzte große Projekt ist gerade abgeschlossen: Die Ehrenamtlichen haben den Platz zwischen Kriegerdenkmal und Kapelle komplett neu hergerichtet. Die Pläne gehen aber nicht aus: „Wir wollen den Naschgarten hinter dem Rathaus reaktivieren“, so Langer, den die Gemeinde nicht mehr herrichten kann. „Wir wollen die Plätze und die Bahnhofstraße schöner machen.“ Das alles wird von Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie von Kooperationen getragen.
Mit einem musikalischen Spendenaufruf unterstützten auch „Die zwei Liederlichen“ den Verein. Enka von der Decken (Gesang) und Urte Müller (Piano, Gesang) haben sich im August 2023 getroffen und vier Wochen später mit ihrem Liederprogramm losgelegt. Sie suchen sich freche Songs aus den zurückliegenden hundert Jahren aus: „Es ist erstaunlich, wie sich da die Stärke der Frauen in jedem Jahrzehnt zeigt.“ Ganz in dieser Tradition unterhielten die beiden in Glitzerkleid und Federboa die Besucher und dichteten kurzerhand Shirley Basseys „Big Spender“ von 1967 zum „Hey Bürgermeister, spendier‘ uns mal ’ne Parkbank“ um. Alle Aktivitäten, die auch geführte Spaziergänge und Führungen beinhalten, sowie der Mitgliedsantrag stehen auf der Internetseite des Vereins: www.verschoenerungsvereinfeldafing.de.