Roboter, die als Unterstützung in der Altenpflege fungieren sollen – was vor vielen Jahren noch Science-Fiction war, ist schon lange Thema der Forschung. So auch beim diesjährigen Geriatronik-Kongress im Kongresshaus in Garmisch, bei dem nicht nur Fachpersonal vertreten war, sondern sich auch Bürger zum Gespräch über das Projekt „Campus Garmisch-Partenkirchen“ zusammenfanden.
GAP - Bereits zum dritten Mal fand der internationale „Geriatronics Summit“ statt, bei dem Forschende aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik auf Pflegedienstleister und Interessenvertreter der Pflege älterer Erwachsener und Menschen mit Einschränkungen trafen. Ziel des Kongresses war es, aktuelle Forschungsergebnisse und praktische Erfahrungen auszutauschen, um gemeinsam die Zukunft dieser wissenschaftlichen Disziplin und deren praktische Anwendung voranzutreiben.
Im Zentrum der Geriatronik steht die Pflege und Unterstützung älterer Menschen. Mithilfe von Robotern und verschiedenen Technologien soll ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglicht und das Pflegepersonal somit entlastet werden. Die Relevanz dieses Gebietes betonte Elisabeth Koch, Bürgermeisterin Garmisch-Partenkirchen (CSU), in ihrer Willkommensrede: „The future of geriatric medicine and technology is a subject of highest relevance for our progressively aging society.“ Die Zukunft der geriatrischen Medizin und Technologie ist ein Thema von größter Bedeutung in unserer stetig alternden Gesellschaft.“
Reger Austausch
Während des zweitägigen Kongresses nahmen über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 16 Ländern an Vorträgen, Podiumsdiskussionen und anderen Events teil. Dadurch wurden Ideen und Erkenntnisse aus verschiedenen Einsatzgebieten und Forschungsfeldern ausgetauscht. Neben den technischen Aspekten stand insbesondere die Ethik im Zusammenhang mit Robotik und KI im Fokus.
In einer Podiumsdiskussion wurden zentrale Fragen erörtert, etwa was gute Pflege ausmacht und wie man mit der Tatsache umgeht, dass die Gesetzgebung oft hinter der technischen Entwicklung zurückbleibt. Der Kongress war dem Fachpublikum vorbehalten, doch am Mittwoch, 10. Juli, fand eine Abschlussveranstaltung für alle Interessierten statt. Beim Campus World Café luden die Technische Universität München, der Caritasverbund München und Oberbayern sowie LongLeif GaPa gGmbH zu einem gemeinsamen Gespräch ein. In entspannter Kaffeehaus-Atmosphäre konnten Bürgerinnen und Bürger Fragen zum Campus Garmisch-Partenkirchen stellen und eigene Anregungen zur Gestaltung des Projekts einbringen.
An thematisch aufgeteilten Tischen – Forschung und Lehre, Pflege und Betreuung, Aus- und Weiterbildung, sowie Leben am Campus – tauschten sich die Anwesenden mit den Experten aus. Poetin Sophie Kompe führte durch den Abend und animierte die Gäste, die Tische zu wechseln und sich über verschiedene Themen auszutauschen. So konnten zahlreiche Anregungen gesammelt werden, die vom Projektteam gerne aufgegriffen wurden.
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