Erneuter Vorstoß für Tempo 30 in der Brucker Straße: Mütter starten Online-Petition

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Die Geschwindigkeitsanzeige an der Brucker- Höhe Anzengruberstraße in Gernlinden soll die Autofahrer daran erinnern, sich an Tempo 40 zu halten. © Carmen Voxbrunner

Mit einer Petition wird erneut Tempo 30 für die Brucker Straße in Gernlinden gefordert. Im Maisacher Rathaus möchte man diesen Wunsch erfüllen, der Gemeinderat hat sogar schon einen Beschluss dazu gefasst. Doch die Umsetzung ist derzeit nicht möglich – noch nicht.

Gernlinden - Drei Mütter, deren Sprösslinge ins neue Kinderhaus „Schlawuzi“ gehen, haben eine Unterschriftenliste bei „Open Petition“ für Tempo 30 in der Brucker Straße gestartet. Sie erleben jeden Tag beim Bringen und Abholen, dass sie viele Autofahrer nicht an das dort geltende Tempo 40 halten, sagen sie. „Für uns ist es unverständlich, dass die viel befahrene Brucker Straße nach wie vor keine 30er-Zone ist, obwohl dort das Kinderhaus und der hoch frequentierte Spielplatz angesiedelt sind und die Straße zudem in unmittelbarer Nähe zum Bruder-Konrad-Kindergarten und zur Grundschule Gernlinden mit angrenzendem Hort liegt.“ Ihre Beobachtungen hätten ergeben, „dass beinahe alle Autofahrer die 40 km/h weit überschreiten, zum Teil wird knapp 60 km/h gefahren“.

Online werden Unterschriften für Tempo 30 gesammelt, außerdem liegen Unterschriftenlisten beim örtlichen Bäcker, Metzger und im Netto aus. Im Internet haben sich Stand 25. Juli bereits 245 Menschen der Petition angeschlossen. Wie viele auf den analogen Listen unterzeichnet haben, ist derzeit nicht bekannt. Jedenfalls betont eine der Mütter: „Bisher war niemand, mit dem wir gesprochen haben, dagegen. Auch Leute, die keine kleinen Kinder haben, sind für Tempo 30.“ Für alte Menschen und Radfahrer sei die reduzierte Geschwindigkeit der Autos genauso wichtig. Die Online-Petition endet am 24. August, dann wollen die drei Mütter alles im Rathaus einreichen.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) berichtet, dass man sich in der Verwaltung und mit Verkehrsreferent Matthias Weiss (Grüne) schon lange mit dem Thema beschäftigt. Der Bauausschuss habe bereits Mitte Februar beschlossen, dass die Brucker Straße zwischen Dr.-Stübinger- und Merianstraße Tempo-30-Zone werden soll. Gründe dafür seien: das angrenzende Kinderhaus, der Spiel- und Dorfplatz, die schmalen Gehwege, die gerade Strecke, die zum schnellen Fahren einlade, die Geschäfte dort und dass es sich um einen Schulweg handelt.

Seidl würde die Tempo-30-Schilder lieber heute als morgen aufstellen. Alleine: Man muss warten auf die Rechtsgrundlage. Sonst könnte das Landratsamt zum Beispiel nach einer Klage eines Anwohners die Geschwindigkeitsreduzierung wieder aufheben. Dann würde Tempo 50 gelten – die jetzigen 40 km/h sind ein Kompromiss.

Für Rechtssicherheit fehlen Regelungen

Zwar hat der Bundesrat vor einiger Zeit eine Novelle der Straßenverkehrsordnung beschlossen. Die soll unter anderem die Einführung von Tempo 30 erleichtern, indem Kommunen mehr Befugnisse erhalten. Allerdings sind laut Seidl noch keine Regelungen zur Anwendung der Reform bei den Straßenverkehrsbehörden und den Kommunen angekommen. Darauf müsse man warten – um rechtssicher Tempo 30 umsetzen zu können.

Bereits vor sechs Jahren hatten Eltern und Anwohner für Tempo 30 auf der Brucker Straße gekämpft. Auch die Initiatoren damals hatten die Rückendeckung von Gemeinderat und -verwaltung. Doch wie jetzt fehlte die Rechtsgrundlage.

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