Hightech-Firma will erweitern - doch Fläche liegt im Hochwassergebiet

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Um diese Fläche geht es. © mm

Der Zeitpunkt passte, zumindest den Kritikern: Gerade jetzt, wo Olching mit einem Rekord-Grundwasser-Pegel zu tun hat, wurde die Erweiterung einer Firma beraten.

Olching – Das Pikante: Die betreffende Fläche liegt im Hochwassergefahrengebiet. Dafür muss in jedem Fall ein Ausgleich geschaffen werden.

Die Olchinger Hightech-Firma „Laser Components“ mit aktuell 160 Mitarbeitern will expandieren. Der Stadtrat beriet in seiner jüngsten Sitzung über die notwendigen baurechtlichen Schritte. Stichwort: Erweiterung des Gewerbegebiets auf derzeit noch brachliegenden grünen Wiesen.

Kritik kam von Ewald Zachmann (FO). Die Expansion dürfe nicht um jeden Preis geschehen, wie er sagte. Er wollte der Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan im sogenannten Gewerbegebiet III nicht zu stimmen. Ihm folgten aber nur zwei weitere Stadtratsmitglieder. Die Mehrheit gab grünes Licht.

Die fragliche Fläche

Es geht konkret um die Fläche zwischen Roggensteinerstraße und Münchner Straße, quasi südöstlich der Werner-von-Siemens-Straße. Dort ist das Unternehmen ansässig, das seine Erweiterungspläne mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 20 Mitarbeitern begründet. Bis Ende des Jahrzehnts lande man bei einer Zahl von über 250 Mitarbeitern. Laut Sitzungsvorlage stünden ebenso Unternehmenszukäufe im Raum.

Zachmann nahm das zwar zur Kenntnis, äußerte aber heftige Bedenken. „Wir beklagen immer, wenn Flächen zugebaut werden und Wasser an andere Orte verdrängt wird“, betonte er. Nach seinen Informationen sei das für die Produktion geplante Areal als Überschwemmungsgebiet festgesetzt. „Olching ist in Sachen Hochwasser ein gebranntes Kind.“

Deshalb sollte man Zachmanns Meinung nach einer Firma mit Expansionsbedarf nicht bedingungslos entgegenkommen. „Zumal wir Alternativen haben“, fuhr Zachmann fort. Man könne in die Höhe bauen. Außerdem entwickle die Stadt im Gewerbepark an der Bundesstraße 471 in Geiselbullach neue Flächen.

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Dem hatte die Bauverwaltung zum einen entgegengesetzt, dass ersten Berechnungen nach eine Verdoppelung der derzeitigen Betriebsfläche notwendig sei. „Dies ist auf dem Bestandsgrundstück nicht möglich“, hieß es in der Sitzungsvorlage.

Aufstockung

Allenfalls könne der Bedarf des Unternehmens durch eine Aufstockung um drei Geschosse gedeckt werden. „Das erscheint weder planerisch noch baukonstruktiv realistisch“, hieß es seitens der Olchinger Bauverwaltung weiter. Auch eine Verlagerung in den Gewerbepark sei grundsätzlich vorstellbar. Dem aber hatte sich das Unternehmen widersetzt und „von der denkbar schlechtesten Lösung“ gesprochen.

Dass das zu überplanende Gebiet innerhalb der Hochwassergefahrenfläche liege, räumte man seitens der Verwaltung ein. Man befinde sich jedoch mit dem Wasserwirtschaftsamt in Gesprächen. Daraus ergab sich ein erstes Ergebnis: Sollte sich der geplante Standort als alternativlos erweisen, sei das Vorhaben realisierungsfähig. Allerdings müssten dann nördlich der Herbststraße ausreichend Retentionsflächen für Hochwasser geschaffen werden. Dies bedarf der Zustimmung aller betroffenen Grundstückseigentümern. Eine Diskussion zu dem Thema gab es nicht.

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