Drei Gärten warten auf Besucher

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Unterwegs im Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Gilching, der auch seinen Teich neu angelegt hat (v.l.): Landrat Stefan Frey, vom OGV-Vorstand Dr. Roland Winkler, Josef Rammer, Annemarie Reiser und Xaver Laußer, Kreisfachberater Jürgen Ehrhardt sowie Manfred Reigl, ebenfalls OGV-Vorstandsmitglied. © Photographer: Andrea Jaksch

Zum 25. Mal findet an diesem Wochenende der Tag der offenen Gartentür im Landkreis Starnberg statt. Drei Gärten warten auf Besucher. Unter ihnen: Der Naturlehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Gilching.

Es summt und brummt, in den dichten Büschen schmettert laut die Mönchsgrasmücke, an den Apfelbäumen hängen schon kleine grüne Früchte: Im wilden Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Gilching (OGV) fand an diesem Freitag das Pressegespräch zum 25. Tag der offenen Gartentür im Landkreis statt. Neben dem Naturlehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Gilching ist am Sonntag von 10 bis 17 Uhr auch ein Garten in Hechendorf geöffnet sowie ein Garten in Pöcking. Landrat Stefan Frey ließ sich von Mitgliedern des OGV und Jürgen Ehrhardt, Fachberater für Gartenkultur und Landespflege, das Paradies in der Nähe der Westumfahrung zeigen. 

Der Naturlehrgarten des OGV Gilching liegt versteckt neben Sportplatz und Streuobstwiese in der Nähe des Frauwiesenwegs und ist natürlich als „Bayern blüht – Naturgarten“ ausgezeichnet. Aus 3500 Quadratmeter Brennesselfläche entwickelte sich seit 2009 ein blühender, naturnaher Obstgarten. 60 Obstbäume pflanzten die Gartler in den Anfängen. Zwischen Flächen mit Stauden und Beerensträuchern mähten die Gartler für Sonntag kleine Wege, sodass die Besucher durch den Garten flanieren können. An seinem Rand befindet sich eine Trockenwiese, auf der seltene Kräuter gedeihen wie der hübsche Wiesen-Bockbart, dessen gelbe Blüte Ehrhardt gleich entdeckte. Gerade erst haben die Gartler einen Naturteich angelegt, es gibt einen jungen Mammutbaum, ein Insektenhotel und zahlreiche Nistkästen. Zum zweiten Mal finden sich im Lehrgarten auch die Gilchinger Beete: Dort bauen zehn OGV-Mitglieder auf je rund 15 Quadratmeter selbst Gemüse an. Dort können sie auch mehrjährige Pflanzen wie Rhabarber ziehen, oder Rosenkohl, der erst im Winter reift. Der Lehrgarten ist nur fußläufig oder mit dem Rad erreichbar. Parken ist nur am Frauwiesenweg oder an der Talhofstraße möglich.

Der zweite Garten gehört Renate Schmidt und befindet sich Am Ödenbühel 9 in Hechendorf. Renate Schmidt hat aus einem formal angelegten, gepflegten Garten einen Lebensraum für Kleintiere und Vögel geschaffen. Der Garten liegt in Hanglage nahe am Waldrand, ist 500 Quadratmeter groß und wurde vor 30 Jahren einst auf verschiedenen Ebenen angelegt. „Es gab Trockenmauern, einen Teich, Buchs in allen Formen, Rollrasen“, weiß Ehrhardt. Heute sei der Garten nicht mehr wiederzuerkennen: Der Teich darf teilweise verlanden, statt Fischen gibt es Molche und Libellen, es wachsen heimische Wildstauden, die sich aussamen dürfen, deren Stängel und Blätter über den Winter an den Pflanzen bleiben, viel Buchenlaub bleibt liegen, zur Freude von Amseln und zunehmend auch Igeln, die im Garten zeitweise leben, unter mehreren Totholzhecken, im Kompost und in unaufgeräumten Ecken. Ein Käferkeller soll für Futternachschub sorgen, Totholzhaufen bieten Unterschlupf, ein Sandarium dient als Spielplatz für Spatzen, ein Magerbeet ist neu, Efeu wächst an mehreren Stellen, der Rasen ist weitgehend verschwunden. Parkmöglichkeiten sind eingeschränkt. Besucher werden gebeten, ein paar Meter Fußweg auf sich zu nehmen.

Das Ehepaar Raidl, Gotenstraße 17 in Pöcking, begann mit dem Ruhestand eigenes Obst und Gemüse anzubauen. „Diese große Leidenschaft führte in den vergangenen 15 Jahren zu einem außergewöhnlichen Garten“, beschreibt Ehrhardt. An der Hanglage nach Westen, zum Teil unter hohen Bäumen, wird großflächig Beerenobst, welches mit kleinkronigen Obstbäumen überstanden ist, kultiviert. Auf dem besonnten Garagenflachdach stehen Gewächshäuser, in denen eine Vielzahl an Gemüsekulturen gezogen werden. Das Gemüse wird weitgehend in großen Pflanzkübeln gepflanzt, organisch gedüngt und nur biologisch gegen Schädlinge – auch mit dem Einsatz von Nützlingen – behandelt. Eine große Regenwasserzisterne sorgt für eine ausreichende Wasserversorgung auch in trockenen Zeiten. Als Besonderheit werden im Schatten auch noch Shiitake-Pilze angebaut. Der Garten ist nur fußläufig über einen Privatweg von der Gotenstraße aus zu erreichen. Diesen bitte nicht mit Pkw befahren, sondern davor in der Gotenstraße oder auch in der Römerstraße parken.

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