Diese Künstlerin aus Oberhausen hütet ihre Maltechnik wie ein Geheimnis

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Hinterglasbilder sind farbenfrohe Zeugen von Sylvia Richard-Färbers eindrucksvoller Schaffenskraft. © Peter Stöbich

Sylvia Richard-Färber ist Opernsängerin, Malerin und Autorin. Die Schweizerin entwickelte eine eigene Hinterglasmal-Technik durch Experimentieren.

Färber wurde in München geboren, ist Schweizerin und wuchs in Zürich auf. Nach der Schule begann sie in einem Züricher Architekturbüro eine Lehre als Hochbauzeichnerin und besuchte gleichzeitig eine private Schauspielschule. „Doch der Drang zur Musik war stärker“, erzählt sie, „deshalb brach ich die Ausbildung nach einem Jahr ab, machte die Aufnahmeprüfung für Solo-Gesang an der Musik-Akademie Zürich und wechselte nach zwei Jahren ans Conservatoire de Musique zur berühmten Lehrerin Juliette Bise, wo ich mit dem Diplom abschloss.“

Dabei verdiente sie sich ihr Gesangs-Studium selbst, arbeitete halbtags und fuhr mit dem Zug nach Lausanne zum Unterricht. Nachdem sie ein Leistungsstipendium der Präsidialabteilung Zürich im Fach „Oper“ gewonnen hatte, konnte sie sich ganz dem Studium widmen. „Ein zweites Stipendium ermöglichte es mir, in Wien und Paris Opernrollen zu erarbeiten.“

Hinterglasmalerei als Autodidaktin

Danach war sie international als Opernsängerin, Kulturpädagogin und Leiterin von internationalen Meisterklassen tätig. Ihre Engagements umfassten Festivals, Konzerte und künstlerische Projekte. Mit „Sylv & the Fantasy Orchestra“ und ihrer multikulturellen Initiative „Jodelwild“ verbindet sie Weltmusik und Jodelkunst. „Viele meiner Ideen entstehen spontan – ich möchte damit die Menschen froh, im besten Fall glücklich machen.“

„Die Färberin“, wie sie sich seit ihrem Umzug nach Bayern nennt, ist ein wahres Multitalent und hat für ihre Arbeiten mehrere Preise bekommen. „Ich liebe, was ich tue“, sagt sie, „denn nur was ich liebe, kann ich auch gut machen.“ Gesungen hat sie schon als kleines Kind und später zusammen mit ihrem 2020 verstorbenen Mann Stephan Färber die „Chihuahua Blues Company“ gegründet. Gemeinsam nahmen sie im Habacher „Village“ eine CD mit eigenen Songs in Schweizer Mundart auf – eines von vielen ungewöhnlichen Projekten der „Färberin“, die als Autorin auch gleich ihren eigenen Verlag gründete. In Bernried initiierte sie die Jugendkunstschule „Rübennase“, damals die größte private Malschule im ganzen Landkreis, und in Ihrem Heimatort Oberhausen die Veranstaltungsreihe „Sonntags um 3“.

Als Autodidaktin brachte sie sich die Hinterglasmalerei bei. „Zum Glück habe ich erst viel später darüber nachgelesen“, erzählt sie, „durch mein unbedarftes Experimentieren wusste ich nicht, welche Farben überhaupt auf Glas haften und wie ich Schicht um Schicht auftragen kann, damit eine Tiefenwirkung entsteht. Dabei ist vieles schiefgegangen, aber ich habe dabei meine eigene Technik entwickelt, die ich nun wie ein Geheimnis hüte.“

Ihr jahrzehntelanges musikalisches, künstlerisches und kulturpädagogisches Wirken hat viele Früchte getragen. So gibt es von ihr unter anderem ein Hörbuch mit dem Titel „Tagebuch einer Närrin“, einen Jugendroman sowie ein Kinder- und Nähbuch, außerdem die CD „Äxgüüsi“, zahlreiche Bilder und vieles mehr, das von einem bewegten und spannenden Künstlerleben zeugt.

„Vom Leben reich beschenkt“

„Ich bin sehr vielseitig“, sagt sie, „und vom Leben reich beschenkt worden.“ Dass es noch mindestens so lange dauern möge wie bei Johannes Heesters, der mit 108 Jahren in Starnberg starb, wäre ihr Wunsch, „denn ich habe den Kopf immer voller neuer Ideen“. Neben dem Komponieren eigener Songs liebt sie das freie Improvisieren, spielt im TSV Tischtennis und beschäftigt sich mit Themen wie Philosophie, Lebenskunst und dem Tierschutz, der ihr neben ihrer Kunst sehr am Herzen liegt.

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