Mit ihrem Projekt „Schach verbindet“ fördern die Schachfreunde Dachau seit 2020 Integration und Zusammenhalt im Großraum München.
Der Schachverein Schachfreunde Dachau ist für sein Engagement im Bereich Integration mit dem Integrationspreis des Migrations- und Integrationsbeirates ausgezeichnet worden. Der Vorsitzende Leonhard Wiest durfte den Preis nun im Landratsamt in Empfang nehmen.
Preis für das Projekt „Schach verbindet“
Wie der Beirat mitteilte, wurde der Preis für das Projekt „Schach verbindet“ verliehen, das im Jahr 2020 ins Leben gerufen wurde. Landrat und Hausherr Stefan Löwl betonte bei der Preisverleihung, der Verein arbeite „inklusiv, integrativ und generationsübergreifend“.
Für die Mitglieder der Schachfreunde Dachau stand nach ihren Angaben nie im Vordergrund, bewusst etwas für Integration zu tun oder dafür ausgezeichnet zu werden. „Uns ist es völlig wurst, wo die Leute herkommen, wie alt sie sind oder welches Geschlecht sie haben“, erklärte der Vorsitzende Leonhard Wiest bei der Preisverleihung. Ihm sei es wichtig, dass sich die Mitglieder „wohlfühlen, Freundschaften finden und das Wir-Gefühl wächst“. Sollte der Verein dadurch als Modell für Integration gelten, sei dies ein Teilerfolg, so Wiest weiter. Er äußerte zudem die Hoffnung, dass der Integrationspreis in einigen Jahren nicht mehr notwendig sei.
Der Migrations- und Integrationsbeirat, der laut Landrat Löwl „sehr, sehr gute Arbeit“ leistet, würdigte die Schachfreunde Dachau für ihr beispielhaftes Engagement. Beiratssprecherin Diane Pohl hob hervor, dass Integration nicht nur durch Sprache und Arbeit gelinge, sondern auch durch Kunst, Musik, Tanz und Sport. Hier zählten Gemeinsamkeiten mehr als Unterschiede. Ahmad Navid, ebenfalls Mitglied des Beirates, lobte in seiner Laudatio den Teamgeist und die Unterstützung im Verein: „Schach und Integration passen super zusammen.“ Er ergänzte: „Am Brett zählt nicht, woher man kommt, sondern wohin man zieht.“
Mit 160 Mitgliedern, darunter 90 Kinder und Jugendliche, zählt der Dachauer Verein nach Angaben von Leonhard Wiest zu den größten Schachvereinen im Großraum München. Rund 40 Kinder und Jugendliche trainieren täglich im Adolf-Hölzl-Haus, das die Stadt Dachau dem Verein kostenlos zur Verfügung stellt. Wiest dankte der Stadt ausdrücklich für diese Unterstützung. Auch bei den Mitgliedsbeiträgen zeigt sich der Verein sozial: Interessierte mit finanziellen Problemen erhalten Beitragsnachlässe, sodass niemand ausgeschlossen wird.
sim
Weitere Nachrichten aus der Region Dachau lesen Sie hier.