Arbeitslosenquote: Erding in Bayern die Nummer zwei

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Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Erding hat 2023 zugenommen - Zeichen einer größeren Krise. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Durchwachsene Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Erding weist im Dezember mit einer Quote von 2,2 Prozent die zweitniedrigste in ganz Bayern und damit auch in der Bundesrepublik auf. Allerdings hinterlässt die allgemeine wirtschaftliche und politische Lage auch hier Land ihre Spuren.

Erding - 2023 gab es durchweg mehr Arbeitslose als im noch stärker kriegs- und pandemiegeprägten Vorjahr. Diese Lage veranlasst Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising, zu einem Appell.

Mit 2,1 Prozent Erwerbslosenquote liegt der Landkreis Pfaffenhofen/Ilm an der Spitze der bayerischen Statistik. Dahinter folgen mit 2,2 Prozent Erding, aber auch die Kreise Main-Spessart, Günzburg und Bad Tölz-Wolfratshausen. Am höchsten ist sie in Großstädten sowie Oberfranken – Coburg (6,6 %), Hof (6,2 %) und Nürnberg (6,1 %). Erdings Nachbarlandkreise kommen auf 2,3 % (Ebersberg), 2,8 % (Freising), 3,3 % (Mühldorf/Inn), 2,8 Prozent (München Land) und 2,8 % (Landshut). Bayernweit betrug die Quote zum Jahresende 3,4 Prozent.

Im Dezember waren im Landkreis Erding 1850 Personen ohne Job, 45 mehr als im November. Die Quote stieg um 0,1 Punkte auf 2,2 Prozent. Diese Zahlen hat die Agentur für Arbeit am Mittwoch veröffentlicht. Über das zu Ende gegangene Jahr waren es 1887 Arbeitslose (2022: 1704), was einer Quote von wiederum 2,2 Prozent entspricht (2022: 2,0 %). Im Jahresverlauf gingen bei der Direktion Freising 2012 neu zu besetzende Stellen ein. Im Schnitt waren 1124 Stellen zu vergeben, 20 mehr als im Vorjahr.

Den Anstieg im Dezember führt Windisch auf den Wintereinbruch zurück, der „erste Spuren“ hinterlassen habe. „Zuletzt konnten wir vermehrt Arbeitslosmeldungen von Beschäftigten aus den stark witterungsabhängigen Außenberufen beobachten“, analysiert Windisch. Seine Bitte an die Unternehmer: „Um diese saisonale Entwicklung abzuschwächen, bitte ich die Betriebe, wieder die Chancen des Saison-Kurzarbeitergeldes zu nutzen und so weitere Entlassungen zu vermeiden.“ Dieses kann von Betrieben im Bauhauptgewerbe, im Gerüstbauer- und Dachdeckerhandwerk sowie im Garten- und Landschaftsbau in Anspruch genommen werden. Es hilft laut Mitteilung der Agentur den Unternehmen, die schwierige Auftragslage und Arbeitsausfälle in der kalten Jahreszeit zu überstehen, ohne ihr eingearbeitetes Personal kündigen zu müssen. „Damit reduzieren Betriebe auch das Risiko – in Zeiten von Arbeits- und Fachkräftemangel – ihre bewährten Kräfte im Frühjahr an andere Unternehmen zu verlieren“, betont Windisch.

Dass auch im Mittel mehr Menschen arbeitslos sind, führt Windisch auf mehrere Faktoren zurück: „hohe Inflation, schwacher Inlandskonsum, reduzierte Auslandsnachfrage, Zuzug von Schutzsuchenden“. Die Lage ist widersprüchlich: Denn viele Betriebe suchen händeringend Kräfte, können viele Stellen aber nicht besetzen. „Der Aufwand dafür hat deutlich zugenommen, kurzfristige Vermittlungen sind schwieriger geworden“, so der Agenturchef. Und: Die Zahl der gemeldeten freien Stellen habe 2023 zugenommen.

Windischs Appell: Die Betriebe sollten auch „Menschen einstellen, die vielleicht intensiver eingearbeitet werden müssen oder anfangs die deutsche Sprache noch nicht perfekt beherrschen“. Es gebe vielfältige Qualifizierungsmöglichkeiten und berufsbegleitende Sprachkurse – Infos unter Tel.: (0 800) 4 55 55 20. ham

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