Unersetzlich für Grundwasser und Artenvielfalt - gerade in Mooslandschaften wie in Freising
Landkreis – Die vergangenen Jahre haben es deutlich gezeigt: Menschen, Tiere und Pflanzen leiden immer häufiger unter Hitze- und Trockenperioden. Die Grundwasserspiegel sinken kontinuierlich, kleinere Fließ- und Stillgewässer als überlebenswichtige Lebensräume von Fischen, Amphibien, Libellenlarven drohen auszutrocknen.
Wassermangel in Freising: Warum der Biber jetzt so wichtig ist
Tiere, die naturnahe Gewässer und Feuchtigkeit brauchen, haben es zunehmend schwerer. Im Landkreis Freising sind besonders das Freisinger und Erdinger Moos, die Isar- und Amperaue gefährdete Lebensräume.
Der Biber gilt als „Schlüsselart“
Doch ein Helfer würde laut Bund Naturschutz bereit stehen: der Biber. Durch seine Bautätigkeiten hält er Wasser in der Landschaft. So können sich die Böden mit Wasser sättigen und helfen, dass sich das Grundwasser wieder auffüllt.
BUND-Naturschutz-Kreisvorsitzender Wolfgang Willner bekräftigt: „Dank seiner weltweit einzigartigen Lebensweise spielt der Biber eine zunehmend wichtige Rolle in unseren geschwächten Ökosystemen. Frösche, Brachvögel oder das Sumpf-Herzblatt brauchen hohen Wasserstand. “Als „Schlüsselart“ gilt der Biber als unverzichtbarer Faktor für die Renaturierung von Mooren, Bächen und Feuchtgebieten.
Unerlässlich in Freisinger Mooslandschaften
„Seine im Tierreich einzigartigen Fähigkeiten, vor allem kleinere Fließgewässer in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen, können nicht hoch genug wertgeschätzt werden“, so die Freisinger BN-lerin Christine Margraf. Sie ergänzt: „Auch wir Menschen profitieren von seinen Bautätigkeiten, mit denen Wasser in der Fläche zurückgehalten und so dem Grundwasser wieder zugeführt wird. Selbst kleine Hochwasserereignisse werden durch Biberdämme abgepuffert und verzögern einen gefährlichen und rasanten Wasserablauf. “„Unersetzlich ist er jedoch gerade in den Freisinger Mooslandschaften für den Klimaschutz“, erklärt BN-Moormanagerin Violetta Just.
„Seine Stautätigkeit versorgt den trocken gefallenen Torfboden wieder mit Wasser. So zersetzt er sich nicht und riesige Mengen CO2 werden nicht freigesetzt und gebunden. Er ist der wirksamste Klimaschützer. “Der große Charme dabei: Der Biber arbeitet kostenlos und ohne lange Planung in ökologisch vorbildlicher Weise.
Seit 15 Millionen Jahren gestaltet der Biber wertvolle und artenreiche Gewässerlandschaften: Seine Bautätigkeiten sorgen für strukturreiche, mosaikartige Lebensräume, die unzähligen auch seltenen Arten zugutekommen. Stehendes und liegendes Totholz, Flach- und Tiefwasserbereiche, Still- und Fließgewässerzonen und Gewässerabschnitte unterschiedlicher Temperaturen bieten Insekten, Libellen, Fledermäusen, Fischen, Wasserinsekten, Muscheln, Eisvögeln, Schwarzstörchen und vielen anderen Arten Nahrung und Lebensraum. Nebenbei entstehen auch für den Menschen sehr attraktive Gewässerlandschaften.
Bibermanagement hilft bei Biberschäden
Dort, wo die Arbeiten des Bibers mit menschlicher Nutzung kollidieren, hilft das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Bayerische Bibermanagement mit den beiden BN-Bibermanagern für Nord- und Südbayern oder als direkter Ansprechpartner die Unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern, die von ehrenamtlichen Biberberatern in ganz Bayern unterstützt werden. Sie informieren umfassend über den Biber und seine Lebensweise sowie die Möglichkeiten, wie wir mit dem Biber als Gewässernachbar gemeinsam leben können.
Die Praxis zeigt deutlich: In 90 Prozent der Fälle gibt es Lösungen, die eine Koexistenz von Biber und Mensch möglich machen. Dass die Zahlen von getöteten Bibern in Bayern ansteigen, obwohl die sogenannte „Entnahme“ des streng geschützten Bibers nach dem Naturschutzrecht nur eine „Ausnahme“ sein darf, ist in vielen Fällen weder nachvollziehbar noch rechtlich haltbar.
red
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