Das Tölzer Leonhardizeichen wurde mit Spannung erwartet. Die blaue Farbe erinnert an lokale Traditionen. Eine Serie mit weiteren Motiven ist geplant.
Bad Tölz - Schwer war heuer die Geburt des Tölzer Leonhardizeichens, umso zufriedener waren die Väter und Mütter nun bei der Präsentation des kleinen Kunstwerks im Rathaus. Es zeigt den heiligen Leon㈠hard und einen Pferdekopf auf einem kräftigen blauen Untergrund: „Wir finden den Entwurf sehr, sehr gelungen“, sagte Veranstaltungschefin Heike Gaßner im Rahmen einer Pressekonferenz. „Vor allem die Farbe ist super.“ Leonhardilader Anton Mayer stimmte zu: „Dass das Leonhardizeichen heuer blau ist, gefällt mir sehr gut – das erinnert an das Kistlertum und die Tölzer Truhen.“
Wettbewerb: Schulleiter bemängeln zu geringe Vorlaufzeit
Mit dem Leonhardizeichen des Vorjahres waren die Organisatoren nie so richtig warm geworden. Vor allem empfanden sie die gelb-beige Grundfarbe als zu dezent.
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Heuer sollte ein Schul-Wettbewerb eindrucksvollere Ergebnisse liefern, doch die Resonanz blieb überschaubar. Mayer berichtete, die Schulleiter hätten die zu geringe Vorlaufzeit bemängelt. So hätten sie keine Möglichkeit gesehen, den Wettbewerb in den Stundenplan zu integrieren. Vier Schülerinnen und Schüler reichten trotzdem Entwürfe ein, ebenso wie zwei Privatpersonen. Diese Entwürfe seien jedoch entweder zu spät eingetroffen oder hätten vom Motiv her nicht gepasst, sagte Lindmair. So grübelte er weiter, und schließlich kam ihm die Idee: „Wir haben so schöne Truhenwägen in Tölz – könnten wir die Front- oder Heckseite nicht als Motiv hernehmen?“ Der Leonhardilader musste nicht viel Überzeugungsarbeit leisten. Nach einem kurzen Gespräch waren Mayer und Stadtmuseums-Leiterin Elisabeth Hinterstocker überzeugt.
Große Vielfalt im Depot des Museums
Hinterstocker machte sich sofort auf die Suche. Sie wusste, dass im Museum nur ein einziger Truhenwagen steht: „Der allererste aus der Barockzeit.“ Eine große Vielfalt gibt es hingegen im Depot des Museums. Etwa einen Adlwarter Truhenwagen mit „wunderschöner Biedermeier-Bemalung in Cremeweiß“, der eine alte Stadtansicht zeige. Sie suchte weiter und leitete ein ganzes Sammelsurium an Bildern an Heike Gaßner und eine Grafikerin weiter. Die Wahl fiel auf einen Truhenwagen der Famlie Höckh, auf den ein Bild des heiligen Leonhard aufgemalt ist. Wie der Wagen den Weg in das Museum fand, könne man nicht mehr nachvollziehen, sagte Hinterstocker. Man wisse nur, dass er bis in die 1970er-Jahre im Einsatz war.
8000 Leonhardizeichen werden erstellt
Mit den zahlreichen aufgespürten Motiven solle nun eine Serie gestartet werden, kündigte Gaßner an: „Es gibt viel Inspiration für die nächsten Jahre.“ Auf der städtischen Homepage sollen die Motive auf dem Truhenwagen und die Familiengeschichte der Höckhs vorgestellt werden. Insgesamt sollen laut Lindmair 8000 Zeichen erstellt werden, die zu einem Preis von je 4 Euro verkauft werden. Anfang Oktober solle ein Aufruf an die Schulen herausgehen. Für jedes verkaufte Zeichen erhalten die Verkäufer, die mindestens zwölf Jahre alt sein müssen, einen kleinen Obolus.