Die Betreiber vom „Vidschi‘s“ haben ihre erste Saison am Heimstettener See hinter sich. Zeit für eine Bilanz. Kunden-Kritik gab‘s am Bruch mit einer bayerischen Tradition: Das Mitbringen von Speisen ist verboten.
Seit Ende Mai hat der Biergarten am „Fidsche“ wieder geöffnet. Neue Pächter der Gaststätte „Vidschi’s“ sind Tobias und Kristina Aschenbrenner sowie Gregor Hauer. 80 Holztische bieten über 600 Gästen unter großen Schirmen Platz. Es gibt eine umfangreiche Speisekarte – und einen Bruch mit der bayerischen Biergarten-Tradition: mitgebrachtes Essen, wie sonst üblich, darf nicht verzehrt werden. Nach der ersten Saison am Heimstettener See ziehen die Gastronomen Bilanz.
Renovierung und viel Eigenleistung
„Wir hätten gerne am ersten warmen Wochenende des Jahres im März aufgesperrt, jedoch haben wir das Objekt erst zwei Wochen vorher übernommen. Zunächst mussten wir in dem alten und maroden Gebäude viele Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten durchführen“, berichtet Kristina Aschenbrenner. Ursprünglich wollte die Besitzerin des Biergartens, die Ayinger Brauerei, das Gebäude neu errichten. Das wurde aber verworfen, es wurde lediglich renoviert und saniert. „Das war für uns eine Menge Arbeit, da wir vieles alleine gemacht haben, etwa die komplette Holz-Außenfassade oder die Tischplatten im Biergarten“, sagt Aschenbrenner. Als klar war, dass die drei, die bereits das Lokal „Hecht und Sonne“ am Hollerner See betreiben, Pächter des „Vidschi’s“ werden, mussten sie viel Technik neu bestellen: Herde, Küchen- und Thekenbereiche, große Kaffee-Maschine. Viele Lieferanten hatten aber Lieferzeiten von bis zu 20 Wochen, „kurz vor der geplanten Eröffnung hatten wir auch noch einen Wasserschaden“.
Diese Freizügigkeit ändert sich gerade in vielen Biergärten. Noch ist es ungewohnt für viele, aber die Gäste gewöhnen sich schon daran.
Daher gab es keine große Eröffnungsfeier, wie ursprünglich geplant, sondern sie eröffneten ganz still. Jede Woche ein bisschen mehr. „Wir haben uns viel Zeit gelassen beim Personal, weil wir gute Leute wollten, die langfristig bei uns bleiben. Das haben wir geschafft und jetzt läuft es schon ganz gut.“ Die Speisen- und Getränkekarte ist umfangreich und reicht von Brotzeiten über Burger und Schnitzel bis zu verschiedenen Bratwürsten. „Sehr gut laufen die Cheeseburger oder unser „Vidschi’s“, das sind Pommes mit Cheddar-Käse und Jalapenos“, berichtet Aschenbrenner. Für Vegetarier gibt es Ziegenkäse-Salat, gebratene Maiskolben oder Ofenkartoffeln. Samstags gibt es frischen Steckerl-Fisch. Neben den Bieren der Ayinger Brauerei bietet man Weine, Aperitifs und Longdrinks an, auf Vorbestellung und für größere Gruppen gibt es Bier vom Fass zum Selberzapfen oder eine große Zinkwanne voller Eis und gemischte Getränke. „Obwohl wir keine Werbung gemacht haben, kommen viele Badegäste“, sagt Aschenbrenner. Die Kunden seien mit dem Angebot und der Optik zufrieden.
Kritik gebe es aber auch. „Zum einen beschwerten sich einige, dass drei alte Kastanienbäume im Biergarten gefällt wurden. Das hat aber die Gemeinde Aschheim gemacht, weil die Bäume krank und morsch gewesen sind.“ Ein zweiter Kritikpunkt sei das Verbot, mitgebrachte Speisen zu verzehren, wie allgemein üblich in bayerischen Biergärten. „Diese Freizügigkeit ändert sich gerade in vielen Biergärten“, behauptet Aschenbrenner. Sie hätten so viel in das neue Lokal investiert, böten zudem hochwertige Speisen und Getränke an. „Wenn wir nur an den Getränken verdienen, lohnt es sich für uns nicht. Noch ist es ungewohnt für viele, aber die Gäste gewöhnen sich schon daran.“
Geöffnet haben sie Dienstag bis Sonntag von 12 bis 22 Uhr, ab 15. September nur am Wochenende.