Der vorläufige Kalender steht für den Weltcup-Winter 2024/25: Garmisch-Partenkirchen ist wieder mit zwei Rennwochenende vorgesehen. Endgültig fixiert wird das Programm Anfang Mai bei der FIS-Tagung in Slowenien.
Garmisch-Partenkirchen – Sind die alpinen Skirennen in Garmisch-Partenkirchen ein Auslaufmodell? Schenkt man den Unkenrufen aller Skeptiker und Nörgler Glauben, die auch im vergangenen Winter rund um die Weltcups am Kreuzeck zu vernehmen waren, hat die letzte Stunde wohl schon lange geschlagen. Nur: In der Realität gestaltet sich die Lage entscheidend anders. Denn im jetzt vorliegenden vorläufigen Rennkalender des Weltverbands FIS für den Winter 2024/25 findet sich Garmisch-Partenkirchen erneut. Und das mit einem Doppel-Weltcup der Frauen und Männer. Sogar die begehrte Abfahrt der Herren auf der Kandahar soll wieder stattfinden – als Generalprobe direkt vor der WM in Saalbach-Hinterglemm.
Freilich kennt Martina Betz das Gemaule aus dem Umfeld. Für die Chefin des heimischen Weltcup-Organisationskomitees aus dem Skiclub Garmisch ist das nichts Neues. Der Ort liege zu niedrig, Garmisch-Partenkirchen sei der FIS ein Dorn im Auge. All das wird dann herausgekramt. Obendrein klagte so mancher unzufriedene Läufer im Februar noch über den Doppel-Super-G auf der als zu kurz und leicht titulierten Strecke. Futter für alle Kritiker. „Unterm Strich steht aber, dass wir wieder bewiesen haben, wie professionell wir mit so einer Situation umgehen können“, erinnert Betz. Denn das Team Kandahar war in der Lage, bei harten äußeren Bedingungen zumindest die zwei Herren-Rennen auszurichten. Auch die frühzeitige Absage der Damen-Wettbewerbe wurde als sportlich fair bewertet. „Es war vergangenen Winter wirklich eine schwierige Saison mit vielen Ausfällen, aber nicht nur für Garmisch-Partenkirchen.“
Fakten sprechen für sich: Garmisch-Partenkirchen mit Damen- und Herren-Rennen
Umso mehr freut es Betz, dass die Fakten für den Ausrichter sprechen: Am letzten Januar-Wochenende (25./26.) sind Abfahrt und Super-G der Frauen geplant, am 2. Februar sind die Herren zu Gast. „Wir haben eine Abfahrt. Die wollten die Athleten selbst wieder haben“, betont Betz. Und das auch an ihrem angestammten Termin zum Ende der Klassikerwochen im Januar mit Wengen und Kitzbühel.
Ursprünglich hatte der Kalender im ersten Entwurf ein wenig anders ausgesehen: Da waren zwei Herren-Rennen nach der WM in Saalbach angesetzt gewesen. Abfahrt und Super-G Ende Februar. Dieser Vorschlag soll aber auch am Veto der Sportler gescheitert sein. „Sie wollten nicht nach der WM noch eine Abfahrt wie die Kandahar fahren, sondern lieber direkt davor“, betont Betz.
Vier Wochen Pause zwischen den Rennen hätten logistische Probleme gebracht
Dem heimischen OK passte das bestens in den Kram. Denn die Garmisch-Partenkirchner Weltcups mit einer Pause von fast vier Wochen, das hätte die Ausrichter vor einige logistische Hürden gestellt. Gerade aus touristischer Sicht wäre ein solcher Zeitplan mit einer zweimaligen längeren Sperre der Kandahar schwierig geworden. „Wir hätten auch einiges von der Infrastruktur ab- und wieder aufbauen müssen.“ Ein Kostenfaktor. Dazu kommt der Faktor Schnee, der Ende Februar wohl noch brisanter sein könnte.
Die aktuelle Lösung stellt einen guten Kompromiss dar. Mit den Herren-Rennen hinter die Weltmeisterschaft zu gehen, war vonseiten der FIS wohl eine gut gemeinte Reaktion auf die Schladming-Rennen in der Woche vor Garmisch-Partenkirchen. Dort finden mittlerweile zwei Nachtwettbewerbe (Slalom und Riesenslalom) statt, die die rechtzeitige Anreise der Allrounder zu einer Abfahrt verhindern. Jetzt stehen die Trainings am Freitag und Samstag an, am Sonntag dann die Abfahrt. „Ich finde das super, vor allem wollen wir einfach mal wieder von ganz oben fahren“, sagt die SCG-Vorsitzende und verspricht eines: „Wir werden für dieses eine Rennen richtig Gas geben.“
Endgültig fixiert wird das Programm Anfang Mai bei der FIS-Kalenderkonferenz in Portoroz/Slowenien. Dass es nochmals Änderung gibt, befürchtet Betz nicht. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass alles so bleibt. Alle Protagonisten haben sich dazu ja geäußert.“