„Ein starkes Zeichen“: Neue Standarte geweiht

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Im Festzug ging es nach der Messe zur Feier im „Gasthaus zur Post“. © dh

Der Schützengau Bad Tölz feierte seinen 100. Geburtstag. Die Weihe der neuen Standarte war ein Höhepunkt. Sie symbolisiert Zusammenhalt und Tradition.

Benediktbeuern – Den 100. Geburtstag bei bester Gesundheit feiern zu dürfen, war am Tag der Deutschen Einheit dem Schützengau Bad Tölz gegönnt. Neben herrlichem Wetter gab es ein seit langer Zeit ersehntes Geschenk: Eine Gaustandarte wurde bei einem feierlichen Gottesdienst von Pfarrer Bernhard Stiegler in der Benediktbeurer Marienkirche geweiht. Ein ganz besonderer Tag für die Sportschützen, wie durch die Worte von Fahnenbraut Marianne Heufelder beim Anheften des Fahnenbandes deutlich zum Ausdruck kam: „Die Standarte geht uns nun voran, zeigt Stolz und Ehre jedermann. So nehmt‘s sie auf in treue Hand, und haltet‘s hoch – fürs Tölzer Land.“

Das erste Fahnenband brachte Fahnenmutter Agnes Langheinrich an der Standarte an, die von Fähnrich Hans Heufelder jun. (re.) gehalten wurde.
Das erste Fahnenband brachte Fahnenmutter Agnes Langheinrich an der Standarte an, die von Fähnrich Hans Heufelder jun. (re.) gehalten wurde. © dh

Pfarrer Stiegler blickte auf die Herkunft von Standarten in der Antike zurück. Sie waren ein plastisches Bild, das den Standpunkt und Sammlungsort eines Truppenteils in der Schlacht markierte. Meist waren starke Tiere als Symbole abgebildet, sie sollten abschrecken und den eigenen Kämpfern Mut machen. Der Geistliche: „Es ist schön zu sehen, dass eure Standarte ein ganz anderes Motiv schmückt: Es ist ein christliches Symbol, ein Glaubensbekenntnis und besonderes Hoffnungszeichen.“ Stiegler brachte den Wunsch zum Ausdruck, die abgebildete Gottesmutter Maria möge nicht nur der Zierde dienen, sondern Ausdruck ehrlicher Hoffnung sein. Anschließend segnete er neben der Standarte auch verschiedene, von Miedermadln getragene Fahnenbänder. Diese wurden an der Fahnenstange angebracht.

Den Anfang machte Fahnenmutter Agnes Langheinrich. Fähnrich Hans Heufelder jun. senkte das neue Schmuckstück, und Langheinrich versicherte: „Mit Liab und Ehr in fester Hand, stift i euch heut des Fahnenband. A Zeich‘n soll‘s sei für Einigkeit, für Schützentradition und Treu.“ Nach dem Überkreuzen der neuen Standarte mit den anwesenden Abordnungen verschiedenster Gesellschaften wurde Aufstellung zum Festzug genommen. Angeführt von der Musikkapelle Benediktbeuern, die schon die Messe würdig umrahmt hatte, ging es durch den Ort zum Gasthof zur Post.

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Dort blickte der Tölzer Gauschützenmeister Uwe Langheinrich nach der Begrüßung zunächst auf die 100-jährige Geschichte zurück und ging schließlich auf die Standartenweihe ein: „Wir durften heute gemeinsam einen bewegenden und seltenen Moment erleben: die feierliche Weihe unserer neuen Standarte.“ Langheinrich: „Sie ist ein starkes Zeichen der Zusammengehörigkeit, ein Symbol für die Werte, die uns als Schützen ausmachen – und für 100 Jahre gelebte Tradition im Schützengau Bad Tölz.“

Über drei Jahre hat es gedauert, bis alles geplant, abgestimmt und bestellt war. Viele hätten Zeit und Herzblut investiert. Langheinrich war überzeugt: „Ich denke, es hat sich gelohnt. Unsere Standarte ist ein wahres Schmuckstück.“ Es folgten die Grußworte zahlreicher Gratulanten. Benediktbeuerns Bürgermeister Anton Ortlieb freute sich, dass für die Feier der neu renovierten Saal ausgewählt wurde, Landrat Josef Niedermaier, der für das Fest die Schirmherrschaft übernommen hatte, gestand: „Es war für mich eine ganz besondere Ehre, das Fahnenband für alle verstorbenen Schützenkameraden übergeben zu dürfen.“ Ebenfalls ein denkwürdiger Augenblick für ihn: „Es war einfach schön zu sehen, mit welcher Freude der Fähnrich das neue Schmuckstück übernommen hat.“

Zu den Gästen zählten auch Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger, als Vertreter des Landesschützenmeisteramtes Stefan Fersch, der erste Schützenmeister des Bezirks Oberbayern Alfred Rainer und Stefan Lantenhammer, der Erste Schützenmeister vom Patengau Isar-Loisachgau Wolfratshausen. Ein ganz besonderes Willkommen galt neben vielen Schützenköniginnen und Schützenkönigen den Vertretern zahlreicher befreundeter Gaue – ein Tag, der in Erinnerung bleibt.