Ihnen ist eine Katze zugelaufen und Sie würden sie gerne behalten? Ganz einfach mit nach Hause nehmen, ist aber keine gute Idee – auch aus rechtlichen Gründen.
Manchmal sucht man sich die Katze selbst aus – und manchmal findet sie ihr Herrchen oder Frauchen ganz von selbst. Unter dem Hashtag „Cat Distribution System“ (zu Deutsch: „Katzendistributionssystem“), der auf der Plattform TikTok kursiert, ist genau das gemeint. Einige User nutzen ihn, um in Videos zu zeigen, wie ein felliger Vierbeiner seinen Weg scheinbar vorherbestimmt zu ihnen gefunden hat. Dazu gehört auch der Clip einer TikTok-Userin namens „raluukk“, der rund 3,5 Millionen mal aufgerufen wurde. Die junge Frau fühlt sich als Katzenmama erwählt, nachdem ihr ein verschmuster Kater auf der Straße zugelaufen ist. Aber es kommt auch Skepsis unter den Nutzern auf: Denn woher will man wissen, dass die Katze nicht bereits einen Besitzer hat, der sein Tier schmerzlich vermisst? „Niemals einfach mitnehmen“ oder „Man kann doch nicht einfach eine Katze mitnehmen“, heißt es da zum Beispiel in den Kommentaren.
Woran erkenne ich, dass es sich um eine Katze mit Besitzer handelt?
Nicht jede Katze, die im Freien unterwegs ist, ist zwangsläufig entlaufen oder ohne Besitzer. Auch das Fehlen eines Halsbandes ist kein eindeutiges Indiz, da viele Herrchen und Frauchen aus Sicherheitsgründen darauf verzichten – das Tier könnte sich nämlich schwere Verletzungen zuziehen, wenn es damit hängen bleibt. Wer eine Katze findet, sollte daher zunächst einmal klären, ob sie nicht bereits jemandem gehört.
Meistens lässt sich das auch an ihrem Verhalten erkennen: Eine Katze, die gesund aussieht und gut ernährt ist, sowie zutraulich und verschmust ist, hat aller Wahrscheinlichkeit nach einen Besitzer. Oft handelt es sich um ein Tier aus der Nachbarschaft, das sich auf einem Streifzug befindet oder vielleicht auch einmal verlaufen hat. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass eine paarungsbereite Katze mehrere Kilometer zurücklegt, bevor sie wieder nach Hause zurückkehrt. Manchmal genügt es schon, sich bei Anwohnern in dem Viertel zu informieren, um herauszufinden, ob es einen Halter gibt.
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Sieht eine Katze eher verwahrlost und abgemagert aus und scheut die Nähe von Menschen, dann ist die Wahrscheinlichkeit schon größer, dass es sich um ein streunendes Tier handelt. Jedoch weist die Tierschutzorganisation Peta darauf hin, dass dünne Katzen auch einfach nur alt sein können und dennoch einen Besitzer haben.
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Was tun, wenn Ihnen draußen eine Katze zuläuft?
Tiere fallen unter das Fundrecht. Der Finder ist rechtlich dazu verpflichtet, die Behörden über seinen Fund informieren, wie der Deutsche Tierschutzbund schreibt – am besten direkt beim Ordnungsamt, der Polizei oder dem nächsten Tierheim. Wer das nicht tut, macht sich aufgrund von Unterschlagung strafbar. Auch eine Anfrage beim Tierheim, ob eine Katze vermisst wird, reicht laut Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries von der Tierschutzorganisation Tasso nicht aus.
Gerade eine Fundmeldung bei den Tierheimen ist sinnvoll, da Besitzer hier meist zuerst auf die Suche gehen. Das Tier selbst muss nicht beim Tierheim abgegeben werden. Nach der Fundmeldung läuft bei der zuständigen Behörde eine sechsmonatige Frist, während der der Besitzer die Möglichkeit hat, sein Tier wiederzuholen. Verstreicht diese Zeit, ohne dass etwas passiert, darf der Finder auch zum Eigentümer werden.
Es gibt aber eine weitere Möglichkeit, um auf Nummer sicher zu gehen: Sowohl im Tierheim als auch beim Tierarzt lässt sich herausfinden, ob die Katze gechippt ist. Mithilfe der registrierten Nummer des Mikrochips ist dann ganz leicht der Besitzer ausfindig zu machen.